Schleswig : Lornsenschule kehrt zu G 9 zurück

Seit 2008 hat die Lornsenschule das Abitur nach acht Jahren angeboten. Nun folgt die Rückkehr zum G  9-Modell.
Seit 2008 hat die Lornsenschule das Abitur nach acht Jahren angeboten. Nun folgt die Rückkehr zum G 9-Modell.

Lehrern, Schülern und Eltern sind sich einig: An der Lornsenschule wird der Weg zum Abitur künftig wieder neun statt acht Jahre dauern.

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16. Dezember 2017, 18:01 Uhr

Die Spatzen haben es schon längst von den Dächern gepfiffen, jetzt ist es auch offiziell beschlossene Sache: Die Lornsenschule kehrt zum Abitur nach neun Jahren (G 9) zurück. Dafür hatte sich bereits im November eine klare Mehrheit der Lehrer, Schüler und Eltern ausgesprochen. „Das Ergebnis war eindeutig. Es war also schnell klar, wohin die Reise geht. Jetzt ist die Entscheidung gefallen“, sagt Schulleiter Carsten Schmolling.

Passend dazu hat der Kieler Landtag am Donnerstag für die Gymnasien den Weg endgültig frei gemacht, zum langsamen Abitur zurückkehren zu können. Dass auch die Lornsenschule diesen Schritt gehen würde, kommt dabei nicht überraschend. Die stark rückläufigen Anmeldezahlen der vergangenen Jahre sprachen eine deutliche Sprache. Immer mehr Eltern schickten ihre Kinder auf die Domschule, die weiterhin G 9 angeboten hatte. Zum Vergleich: Während die Lornsenschule im Jahr 2008 noch 172 Sextaner-Anmeldungen verzeichnen konnte, war 2015 mit gerade einmal 53 Anmeldungen der Tiefpunkt erreicht. Im vergangenen Jahr waren es zwar immerhin wieder 104 Schüler, die sich für die Lornsenschule entschieden. Aber: An der Domschule meldeten sich parallel dazu mit 142 deutlich mehr Kinder an.

Carsten Schmolling hat erst im Herbst die Leitung der Lornsenschule übernommen.
SN
Carsten Schmolling hat erst im Herbst die Leitung der Lornsenschule übernommen.
 

Ob dieser Trend durch die Entscheidung der Lornsenschule für die Rückkehr zu G 9 nun wieder umgekehrt werden kann, darüber möchte Schulleiter Schmolling nicht spekulieren. „Ausschließen möchte ich es aber nicht. Denn ich kenne die Angst vieler Eltern vor G 8“, sagt er und betont gleichzeitig, dass man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. „Ich wollte unbedingt, dass wir dieses Thema auf breiter Basis debattieren. Deswegen haben wir uns von allen Seiten ein Meinungsbild eingeholt“, sagt Schmolling. Dabei sei die Zustimmung für G 9 sowohl im Kollegium als auch bei Eltern und Schülern gleichermaßen groß gewesen. Ein Bild, das sich dann auch bei der Schulkonferenz, die für die Beibehaltung von G 8 mit einer Dreiviertel-Mehrheit hätte stimmen müssen, gezeigt habe.

Schmolling selbst macht keinen Hehl daraus, dass er durchaus Sympathien für ein weiteres Jahr auf dem Weg zum Abitur hat: „Die Schüler sind dann ein Jahr älter und somit reifer, wenn sie uns verlassen.“ Der Schulleiter betont aber auch, „dass wir von uns aus nicht selbst losgegangen wären, um G 8 loszuwerden, wenn die Landesregierung diesen Schritt nicht gegangen wäre“. Denn die Lornsenschule habe in den vergangenen neun Jahren bewiesen, dass sie dieses Modell erfolgreich anbieten könne. „Wir sind in einer etwas verrückten Situation. Wir können G 8, und unsere Schüler können es auch. Und sie sind nicht schlechter als andere, die nach neun Jahren ihr Abitur machen. Das haben die Ergebnisse gezeigt“, sagt Schmolling.

Zum Schuljahr 2019/2020 folgt nun dennoch der Wechsel zu G 9. Und auch die Fünftklässler, die sich für das kommende Jahr anmelden, werden nicht mehr das „Turbo-Abi“ (Schmolling: „Ich mag diesen Ausdruck nicht.“) machen müssen. Sie sollen – so der Plan der Landesregierung – noch ein Jahr nach dem G 8-Modell unterrichtet werden, eine Umstellung auf G 9 erfolgt dann ab der sechsten Klasse.

Er wünsche sich, „dass wir jetzt auf längere Sicht erst einmal Ruhe haben“, sagt Schmolling. Dass künftige Landesregierungen die Zeitspanne für das Abitur noch einmal ändern, glaubt er nicht. Vielmehr hofft er, dass alle Bundesländer zu einer einheitlichen Regelung kommen – und zwar zum Abitur nach neun Jahren. Schmolling: „Das wird jetzt zwar auch eine Herausforderung für unsere Schule. Aber wir haben bei G 8 vieles gelernt, was wir auch künftig für G 9 gut gebrauchen können. Auch deshalb erhoffen sich die Kollegen künftig ein etwas entspannteres Arbeiten.“ Eine Hoffnung, die sicherlich auch viele Eltern mit Blick auf ihre Kinder teilen werden.

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