Schleswig : Lornsenschule bangt um den Jahnplatz

Hoffen auf ein Einlenken der Kommunalpolitiker: Die Sportlehrer Holger Sagunski (links) und Carsten Kunert (rechts) mit Schulleiter Andreas Neye.  Foto: Jennert
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Hoffen auf ein Einlenken der Kommunalpolitiker: Die Sportlehrer Holger Sagunski (links) und Carsten Kunert (rechts) mit Schulleiter Andreas Neye. Foto: Jennert

Schwer in Mitleidenschaft gezogene Sportanlage kann seit fast einem Jahr nicht mehr genutzt werden / Ausschuss sperrt Geld für die Sanierung

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01. Dezember 2011, 07:12 Uhr

Schleswig | Der neue Zaun rund um den Jahnplatz hat 30 000 Euro gekostet. Doch was eigentlich wird damit geschützt? Die Antwort darauf erscheint fast kurios: eine marode Sportanlage mit kaputten Basketballkörben und einem ruinierten Kunstrasenplatz. Seit fast einem Jahr kann die Lornsenschule das Areal nicht mehr nutzen. Und eine Änderung dieser Situation ist nicht in Sicht. Der Finanzausschuss hat jüngst die für den Sportplatz-Neubau eingeplanten 210 000 Euro mittels Sperrvermerk auf Eis gelegt. Man wolle zunächst in Erfahrung bringen, wofür konkret das Geld ausgegeben werden solle und ob die Schule eine eigene Außensportanlage überhaupt benötige, hieß es aus den Reihen der Politik.

Für Andreas Neye, den Direktor der Lornsenschule, ist das überhaupt keine Frage. "Selbstverständlich benötigen wir den Jahnplatz." Neyes Problem: Er muss aktuell 1139 Schüler mit jeweils zwei Stunden Sportunterricht pro Woche versorgen. Das lässt sich nur bewältigen, indem oftmals jeweils drei Klassen gleichzeitig in ihren Sportdress schlüpfen. Die Sporthalle der Lornsenschule kann man zwar durch Vorhänge dreiteilen. Die einzelnen Bereiche sind dann jedoch kleiner als Hallen, die man Grundschülern zugesteht. Umso wichtiger war für die Lornsenschule bisher der Jahnplatz, auf dem Sporteinheiten angeboten werden konnten, die in den kleinen "Parzellen" der Halle nicht möglich waren. Die Sportlehrer Holger Sagunski und Carsten Kunert nennen Beispiele dafür, welche Angebote durch die Sperrung des Jahnplatzes weggefallen sind: Beachvolleyball, Rasenhockey, Leichtathletik.

In der Kommunalpolitik verweist man darauf, dass die Lornsenschule das Allee-Stadion nutzen darf. Doch für die Sportlehrer des Gymnasiums ist das keine überzeugende Lösung. Sagunski: "Der Weg von der Schule zum Stadion und zurück kostet uns etwa ein Drittel der Unterrichtszeit."

Schulleiter Neye hofft darauf, dass die Schleswiger Kommunalpolitik sich letztlich doch noch dafür entscheidet, bereits im kommenden Jahr in den Jahnplatz zu investieren. Die endgültige Entscheidung darüber trifft die Ratsversammlung am 12. Dezember im Rahmen ihrer Etat-Debatte (Beginn um 15 Uhr). Bereits gestern deutete sich an, dass die Argumente der Schule durchaus auf fruchtbaren Boden fallen. Zumindest aus den Reihen der SPD verlautete, "dass man sich die Sache mit dem Sperrvermerk nochmal überlegen will".

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