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Verleihung des Wirtschaftspreises : „Löwe von Schleswig“ geht an Unternehmer Christian Grau

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schleswiger Nachrichten und VR Bank zeichnen Sport-Tiedje-Chef Christian Grau als „Löwe von Schleswig“ aus.

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 17:10 Uhr

Es sei nicht immer leicht gewesen für seine Eltern, gab Christian Grau zu. Dass ihr Sohn, also er, keine abgeschlossene Berufsausbildung in der Tasche habe, sei ja auch wirklich keine Glanzleistung. Das jedoch dürften ihm Mutter und Vater längst verziehen haben. Schließlich ist Christian Grau seinen eigenen Weg gegangen – und hat so eine Karriere hingelegt, die zwar noch längst nicht zu Ende ist, aber schon jetzt seinesgleichen sucht. Am Donnerstag wurde der Inhaber und Geschäftsführer von Sport-Tiedje dafür mit dem „Löwen von Schleswig“ ausgezeichnet.

Zum bereits fünften Mal hatten die Schleswiger Nachrichten und die VR Bank Flensburg-Schleswig gemeinsam zur Verleihung des Wirtschaftspreises eingeladen. Damit werden mutige und erfolgreiche Unternehmer aus der Region geehrt, denen nicht nur der eigene Erfolg, sondern immer auch das Wohlergehen der Stadt Schleswig und des Umlandes wichtig ist. Rund 80 Gäste aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden waren gestern Vormittag nun zur Preisverleihung in Hauptsitz der VR Bank in der Königstraße gekommen. Darunter erstmals auch Ministerpräsident Torsten Albig.

Dieser lobte in seiner Laudatio, die er auf den Preisträger hielt, zunächst dessen „beeindruckendes Bekenntnis zur Stadt und der Region“. Schließlich halte Grau, dessen Unternehmen inzwischen 570 Mitarbeiter an fast 80 Standorten in halb Europa beschäftigt, treu zu Schleswig als Firmenzentrale. Allein hier arbeiten zurzeit 120 Frauen und Männer für den Fachhändler für Heimfitnessgeräte – Tendenz steigend. „Sie haben Ihre Wurzeln hier und diese geben Ihnen immer wieder die Kraft, um auch international erfolgreich zu sein. Sie sind ein großer Unternehmer“, betonte Albig, ehe er sich selbst als Kunde von Sport-Tiedje outete. „Meinen Cardio-Strong-Stepper und meinen Boxsack samt Handschuhen habe ich bei Ihnen gekauft. Und auch meinen Bauchtrainer, aber der ist irgendwie verschütt gegangen“, sagte Albig, um in diesem Zusammenhang gleich den guten Service des Unternehmens zu loben. „Immer, wenn ich angerufen habe, war da ein Mensch am Telefon, der mir freundlich weitergeholfen hat. Das kennt man ja auch anders, wenn man online einkauft.“

Grau selbst nahm die Auszeichnung und die lobenden Worte sichtlich gerührt entgegen. In seiner Dankesrede nutzte er die Gelegenheit, um sich in erster Linie bei seiner Frau Sylvia zu bedanken, „die immer sehr tolerant ist, was mein zeitfressendes Hobby, die Arbeit, angeht“. Er bedauere, dass er zu wenig Zeit für sie und die beiden Kinder habe und nicht selten beim gemeinsamen Abendessen fehle. „Ich versuche oft, 26 Stunden in 24 Stunden reinzupressen. Da bleiben Familie und Freunde leider nicht selten auf der Strecke.“

Gleichzeitig lobte Grau aber seine „tollen Mitarbeiter“, die sich permanent auf neue Gegebenheiten einstellen müssten. Denn: „Es gibt ein chinesisches Sprichwort, das sagt in etwa: ,Wenn der Wind Veränderungen weht, dann kann man entweder Mauern bauen oder Windmühlen.’ Und was wir dann als Norddeutsche machen, ist doch klar.“ Und auch einen kleinen – mit einem Augenzwinkern versehenen – Gruß an seine Eltern hatte Grau noch parat: „Guckt mal: Ich habe zwar keine abgeschlossene Ausbildung, dafür jetzt aber einen Löwen.“

Dass diese Auszeichnung eine Wertschätzung nicht nur für den jeweiligen Gewinner, sondern auch für die gesamte Wirtschaft in der Region ist, machte Ministerpräsident Albig dann noch einmal deutlich. Wenn man an Schleswig denke, fielen einem zunächst die reiche Kultur und Geschichte ein. „Aber hier gibt es auch einen bedeutenden Wirtschaftsstandort, und zwar eine löwenstarken“, sagte Albig. Das wiederum betonte auch Stefan Hans Kläsener, Chefredakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages: „Mir ist längst aufgefallen, dass Schleswig eine sehr selbstbewusste Stadt ist. Hier gibt es viele Machertypen, die zwar auch hin und wieder anecken, aber einiges dafür tun, um die Gesellschaft selbst zu gestalten. Das gefällt mir.“

Eine Einschätzung, die sicherlich für alle drei für den „Löwen“ nominierte Kandidaten gilt. Neben Christian Grau waren das diesmal Eventmanager Ingo Harder und Autohaus-Inhaber Christian Jordt.

„Sie alle hätten den Preis verdient, denn Sie alle zeichnen sich durch klassische Unternehmertugenden gepaart mit Mut und Geschick aus“, betonte VR-Bank-Vorstand Michael Möller, „aber am Ende ist es wie so oft im Leben: Nur einer ist der Gewinner.“ Der bekam übrigens nicht nur eine Urkunde, Blumen und ein von Künstlerin Susanne Pertiet gestaltetes „Löwen“-Bild, sondern auch 1000 Euro Preisgeld von der VR Bank. Dazu Christian Grau: „Das wollen meine Frau und ich der Winkler-Stiftung spenden und an den Betrag noch eine Null dranhängen.“

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