Umgehungsstrasse bei Husum : Lösung in der „Buckelpisten-Affäre“

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Eine Klage gegen das Bauunternehmen hätte zu lange gedauert: Kreis Nordfriesland gibt 200 000 Euro für die Sanierung

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06. März 2018, 15:08 Uhr

Mit ihrer „Buckelpiste“ hat die Stadt Husum weit über die Grenzen des Landes hinaus Spott geerntet. Damit soll nun Schluss sein. Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll die Rödemisser Umgehungsstraße, so der offizielle Name, instandgesetzt und Anfang 2019 für den Verkehr freigegeben werden.

Die Geschichte der Straße hatte eigentlich ganz normal begonnen: Bereits nach einem Jahr Bauzeit war die neue Ortsumgehungsstraße am 20. November 2013 freigegeben worden. Sie sollte vor allem Lkw-Fahrern den zeitraubenden Umweg durch Husums Ortsteil Rödemis ersparen und Gewerbetreibenden aus dem Außenhafen als Abkürzung zur Bundesstraße 5 dienen.

Die Baukosten lagen bei etwa 4,2 Millionen Euro, die zu 85 Prozent vom Land und zu 15 Prozent von der Stadt Husum getragen wurden. Der Kreis war mit der Bauleitung im Boot und hat dauerhaft die Straßenbaulast übernommen – ebenso für weitere zehn Kilometer, die bisher Landesstraßen waren.

Der bis in vier Meter Tiefe moorig-torfige Untergrund hatte die Unternehmen vor besondere Herausforderungen gestellt. Sie ließen den Boden auf der Hälfte der Strecke mit knapp 2000 Betonsäulen in einem Abstand von jeweils zwei Metern stabilisieren. Darauf wurden ein Vlies und ein Geflecht aus Kunststoff-Geozellen und zum Schluss Sand, Kies und Teer aufgebracht.

Im zweiten Abschnitt kamen Saugpumpen zum Einsatz, um dem Untergrund das Wasser zu entziehen. Die Oberfläche sackte daraufhin um rund 1,50 Meter ab und war nun so verdichtet, dass sie sich auch ohne Betonpfähle als Untergrund eignete.

Doch das klappte überhaupt nicht. Am 29. April 2015 musste die neue Straße gesperrt werden, weil die Fahrbahn begann, wellenförmig abzusacken. Nach sechs Monaten hatten die „Wellentäler“ eine solche Tiefe erreicht, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet war. 

Der Kreis als Bauherr und die Arbeitsgemeinschaft der beteiligten Fachfirmen haben sich nun nach einem dreijährigen Streit außergerichtlich über die Verteilung der Sanierungskosten geeinigt. Den Löwenanteil der auf etwa 1,7 Millionen Euro teuren Reparaturkosten trägt der Versicherer der Bauunternehmer. Der Kreis Nordfriesland steuert 200 000 Euro bei.

Landrat Dieter Harrsen machte gestern bei einem Pressegespräch im Kreishaus in Husum keinen Hehl daraus, dass er nicht zufrieden ist. Der Verwaltungschef hätte die Angelegenheit lieber von einem Gericht klären lassen. Schließlich seien die Wellen in der Straße durch einen Gründungsfehler verursacht worden. „Aber mit einem Prozess hätten wir die Straße vielleicht zehn Jahre nicht nutzen können“, kritisierte Harrsen die langsamen Mühlen der Justiz. „Um Zeit und Geld zu sparen, kann ich die jetzige Lösung akzeptieren. Doch letztlich war es nicht möglich, Recht durchzusetzen, weil es zu lange gedauert hätte.“

Bernd Petersen, der Leiter des Fachdienstes Liegenschaften beim Kreis, erläuterte das weitere Vorgehen. Auf die vorhandenen Säulen (Die sind stabil“) werden nun Stahlbetonplatten gesetzt. Obenauf folgen Sand und Teer. Zudem muss die ganze Strecke eine neue Asphaltdecke erhalten: Denn seit 2017 steht fest, dass die andere Hälfte der Fahrbahn um einige Zentimeter tiefer abgesackt ist als erwartet. Die hierfür erforderlichen etwa 390 000 Euro übernehmen die Firmen, erklärte Bernd Petersen.

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