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Schleswiger Nachrichten

13. Dezember 2017 | 14:48 Uhr

Liebesgeschichten vom Heiratsmarkt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Bei uns hat es gleich gefunkt“: Zwei Paare erzählen, wie sie ihre Partner auf Brarup-Markt kennengelernt haben

shz.de von
erstellt am 31.Jul.2017 | 13:25 Uhr

Gebrannte Mandeln essen, im Festzelt feiern oder auch mal eine Runde im Riesenrad drehen – wer zum Brarup-Markt geht, der noch bis morgen läuft, kommt daran nicht vorbei. Doch auch Flirten steht auf dem Programm der Besucher und nicht wenige haben auf dem Jahrmarkt, der schon seit 1593 in Süderbrarup stattfindet und ursprünglich als „Heiratsmarkt“ ins Rennen ging, den Partner fürs Leben gefunden. Wie Martin (32) und Inken-Mariechen Dennda (29). Sie erinnern sich noch genau an den Brarup-Sonnabend, an dem sie sich vor 14 Jahren kennenlernten.

Angefangen hatte alles am „Break Dancer“. „Ich stand dort mit meiner besten Freundin und wir haben auf Freunde gewartet, als uns plötzlich zwei junge Männer ansprachen und fragten, ob wir nicht gebrannte Mandeln essen möchten“, erzählt sie. Anschließend habe ihr jetziger Mann Martin sie überredet, mit ihr in eine Art „Techno Power“, wie sie das Fahrgeschäft nennt, zu gehen. Auch wenn es sie einige Überwindung gekostet hat, stimmte die damals 15-Jährige zu – und wurde für ihren Mut belohnt. Ihr „Zukünftiger“ nahm während der Fahrt ihre Hand und beruhigte sie. „Er hatte natürlich keine Hintergedanken“, sagt die Kappelnerin, die ursprünglich aus Gelting kommt, und lacht. Die Einladung, in das Elternhaus eines Freundes mitzukommen und dort zu übernachten, lehnten Inken-Mariechen Dennda und ihre Freundin ab. Sie wollten lieber in ihrem Zelt schlafen, das sie auf einem nahe gelegenen Reiterhof aufgeschlagen hatten.

Doch einfach so verabschieden wollte sich die junge Frau von ihrer neuen Bekanntschaft auch wieder nicht. Sie ließ den damals 18-jährigen Martin Dennda dessen Telefonnummer in ihr Handy eintippen. Dabei vergaß sie aber, dass die Taste „0“ nicht funktionierte – und speicherte eine unvollständige Nummer ab. „Doch Frau wusste sich zu helfen“, sagt sie lachend. Am nächsten Morgen wählte sie die vorhandene Rufnummer und setzte die „0“ an verschiedenen Stellen. „Es hat gefühlt eine Ewigkeit gedauert und ich hatte mehrmals andere Leute in der Leitung“, erzählt sie. Doch nach dem sechsten Anruf hatte sie Glück: Martin nahm ab.

Ein Jahr hat es gedauert, bis Martin und Inken-Mariechen Dennda ein Paar wurden. Und die gebürtige Geltingerin musste nicht nur beim ersten Anruf die Initiative ergreifen. Vor zwei Jahren war sie es, die an Heiligabend den Heiratsantrag machte – „weil mein Lieber nicht zu Potte kam“. Vor der ganzen Familie ging sie auf die Knie und gab ihrem Martin ein gemeinsames Bild – auf der Rückseite stand die Frage aller Fragen. Am 13. Oktober heiratete das Paar in Steinbergkirche, im September dieses Jahres folgt die Freie Trauung in der „Alten Eule“ in Kappeln.

So weit sind Torsten Pauck (53) und seine Lebensgefährtin Ute Hippel (50) aus Süderbrarup noch nicht – die Hochzeit steht noch aus. Doch sie erinnern sich genau an den 24. Juli 1999 und den Abend im Jordt-Festzelt. Denn an jenem Sonnabend hat sich das Leben der beiden verändert. „Wir kannten uns schon vorher vom Sehen durch Kollegen“, erzählt Torsten Pauck. Doch gefunkt habe es erst auf Brarup-Markt. Der gebürtige Lindau-Mühlenholzer gibt zu, dass er mit seiner heutigen Lebensgefährtin schon einen Tag früher zusammen gekommen wäre – hätte er nicht einen Fehler gemacht. „Ich bin einfach aus dem Festzelt zu einem Imbiss in der Nähe gegangen“, erinnert er sich. Ute Hippel, die damals 32 Jahre alt war, wollte das nicht so einfach hinnehmen und ging ihrer neuen Bekanntschaft hinterher. Im Imbiss tranken die beiden ein Bier zusammen und verabredeten sich für den nächsten Tag – den Brarup-Sonnabend – um Mitternacht im Jordt-Zelt. Mit einer Gruppe von Freunden standen sie an der Theke, tranken das eine oder andere Bier – und „machten Nägel mit Köpfen“, wie Torsten Pauck es ausdrückt. „Man brauchte dafür nicht viele Worte“, sagt er und schaut zu Ute Hippel, die zustimmend nickt. Schüchtern sei man nicht gewesen, im Gegenteil: Es war ja Alkohol im Spiel und da sank gleich die Hemmschwelle.

Nach dem ersten Date haben die beiden mit ihrer Zukunftsplanung nicht lange gefackelt. „Wir sind gleich zusammengezogen, bei mir in ,Süder‘“, erzählt die gebürtige Steinfelderin, die im „Angler Hof“ arbeitet. Auch eine Familie wollten sie gründen und elf Monate später kam Tochter Lena zur Welt. „Es hat einfach alles gepasst.“

Obwohl der Weg in die gemeinsame Zukunft auf dem „Heiratsmarkt“ begann, hat das Paar noch nicht geheiratet. „Das müssen wir jetzt auch mal in Angriff nehmen“, sagt Ute Hippel und schaut ihren Partner vielsagend an. Doch Torsten Pauck macht diesmal keine Nägel mit Köpfen und auch sein Blick verrät nicht, ob er und seine Lebensgefährtin bald in den Hafen der Ehe einlaufen.

> www.brarupmarkt.de

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