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Neukirchen : Letzter Einsatz für die Zeltdachhäuser

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

55 Kinder besuchten das Herbstlager des Kreisjugendrings in Neukirchen. In den kommenden Tagen werden die betagten Unterkünfte abgerissen.

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erstellt am 11.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Das war spannend wie in den Spielfilmen: Angeführt von Harry Potter, tummelte sich der Wurmschwanz auf dem Gelände der Jugendfreizeitstätte Neukirchen, ebenso Tante Petunia Dursley, Cho Chang und der Wildhüter Hagrid. Das märchenhafte Geschehen gehörte zum so genannten „Motto-Tag“, an dem 55 Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren unter den Fittichen des Kreisjugendrings Schleswig-Flensburg (KJR) ihren Spaß hatten. Ihr einwöchiges Freizeitlager während der Herbstferien kam im doppelten Sinn einem Kehraus gleich: Zum einen war es die letzte Unternehmung in diesem Jahr, zum anderen die letzte Nutzung der sechs betagten Zeltdachhäuser.

Am 21. Oktober kommt der Bagger und macht ihnen den Garaus. Danach werden neue schmucke Unterkünfte im Auftrag des Kreises gebaut (wir berichteten).

Erstmals stand das Herbstlager unter Leitung der Studentin Anna-Lena Geerts (21) aus Flensburg und des Noch-Schülers Jan Kühl aus Schuby. Zur Seite stand ihnen ein Team von 13 ehrenamtlichen Betreuern und Helfern. Ein Krankendienst war mit eingesetzt, dazu eine kleine „Eingreifgruppe für alle Fälle“.

Das Aktions-Programm für die Kids war vor Beginn der Lagerfreizeit vom Team im Detail geplant worden. Dabei spannte sich der Bogen von einer Fußgänger-Rallye über einen Spieltag rund um den König der Löwen bis hin zu einer Abendshow mit verschiedenen Auftritten der Teilnehmer. Am „Harry-Potter-Tag“ lernten die Jungen und Mädchen Zaubersprüche, bastelten in Arbeitsgruppen Zauberstäbe und mixten nach geheimen Rezepten Zaubertränke.

Philip aus Kropp, der bereits zum vierten Mal zu diesem Herbst-Event angetreten war, zählte sogar zu den 20 mutigen Jungen, die sich eine fesche Deern für die Lagerhochzeit ausgesucht hatten. Obwohl diese Vermählung nur eine Halbwertzeit von wenigen Tagen hat, sagte Philip: „Vielleicht wird ja daraus wenigstens eine Brieffreundschaft.“

Überhaupt hatte sich im Kreis der Freizeit-Lageristen schon bald eine fröhliche Gemeinschaft gebildet. Jan Kühl sagte, er betrachte die Aufgabe eines Lagerleiters nicht nur als persönliche Herausforderung, sondern als echten Gewinn. „Das hier entstandene positive Lebensgefühl ist für mich ein Stück Heimat.“ Anna-Lena Geerts bestätigte: „Die Freude, die die Kinder empfinden, überträgt sich auch auf uns.“ Dennoch sei es eine neue Erfahrung, die Verantwortung für so viele Teilnehmer zu tragen.

Der Kreisjugendring hat in diesem Jahr wieder vier Jugendfreizeiten in Neukirchen veranstaltet. Insgesamt wurden 420 Kinder und Jugendliche betreut. Dies ist eine konstante Zahl über Jahre hinweg, denn, so bestätigt KJR-Chef Ralph Schmidt, ein Zuwachs an Unterbringungs-Kapazitäten sei nicht realisierbar gewesen.

Morgen Vormittag werden die Zeltdachhäuser geräumt, und die Eltern holen ihren Nachwuchs ab. Schade, dass die Zeit in Neukirchen so schnell verfliegt, sagen sich die Teilnehmer, denn nun steht ihnen in Kürze wieder der Alltag in den Schulen bevor.

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