Grundhof / Bönstrup : Letzte Chance für Schatzsucher

Wolfgang Börnsen verabschiedet das Kleine Museum mit Wehmut. Fotos: Schnoor
1 von 3
Wolfgang Börnsen verabschiedet das Kleine Museum mit Wehmut. Fotos: Schnoor

Im „Kleinen Museum Bönstrup“ kommen am Wochenende die letzten verbliebenen Exponate unter den Hammer – von Anette Schnoor

von
06. September 2018, 16:39 Uhr

Ein letztes Mal öffnet das Kleine Dorfmuseum“ im Grundhofer Ortsteil Bönstrup am Wochenende seine Türen. „Um 10 Uhr am Sonnabend geht’s los“, sagt Wolfgang Börnsen. Er sagt es ein bisschen wehmütig, denn dann ist es endgültig vorbei mit der volkskundlichen Sammlung, für die der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und seine Mitstreiter über die vergangenen fünf Jahrzehnte hinweg rund 3600 Exponate zusammengetragen haben (wir berichteten).

Mehr als 95 000 Besucher haben sie bis heute gesehen. „Vor allem Kinder und Jugendliche waren hier“, sagt Börnsen, der fast z u jedem Stück eine Geschichte erzählen kann. „In alte Holzpantinen, wie sie früher getragen wurden, haben wir die Besucher gesteckt. Das gab gleich ein anderes Gefühl.“ Die Sammlung im alten Pferdestall des ehemaligen Bauernhofes der Familie sei„zum Anfassen“ und „zum Geschichten erzählen“ gewesen. „So erreichst du die Menschen im Herzen.“ Sie zu berühren, zum Sprechen zu bringen, das sei das Ansinnen gewesen. „So können Menschen ein Gefühl für ihre Wurzeln in einer gemeinsamen Geschichte bekommen.“

Verbundenheit und Orientierung in einer schnellen digitalen Welt wünscht sich Börnsen für die kommenden Generationen. Überzeugt, sei er, dass die lebensnahe Präsentation von Gegenständen aus vergangener Zeit dazu einen wichtigen Beitrag leisten könne. Die vielen volkskundlichen Sammlungen im Land „haben da eine wichtige Aufgabe. Ich wünsche mir hier eine neue Aufbruchstimmung für regionale, kulturelle Identität.“

Viele Exponate aus dem Kleinen Museum in Bönstrup sind auch künftig noch zu sehen. 22 Museen – unter anderem in Unewatt, in Harrislee-Kupfermühle, in Fahrdorf, Flensburg, aber auch in Berlin – haben Stücke bekommen. Der Erlös aus dem Verkauf am Wochenende geht an den Langballiger Verein „Let me be a child“, der in Äthiopien zwei Heime zur Betreuung von Straßenkindern betreibt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen