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Schleswiger E-Mail-Affäre : Leiter der städtischen Bauaufsicht bleibt auf seinem Posten

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bürgermeister Arthur Chrisiansen nennt keine Details – klar ist nur: Sein umstrittener Bauamts-Mitarbeiter wird zwar sanktioniert, darf aber weiter arbeiten.

Der Leiter der städtischen Bauaufsicht wird nicht suspendiert. Das hat Bürgermeister Arthur Christiansen nach SN-Informationen jetzt entschieden. In einer Pressemitteilung aus dem Rathaus hieß es gestern lediglich, es seien die „notwendigen personalrechtlichen Konsequenzen“ gezogen worden. Weitere Auskünfte wollte der Bürgermeister nicht geben. Das begründete er mit dem Datenschutz und der Verschwiegenheitspflicht in Personalangelegenheiten.

Dem umstrittenen Bauamts-Mitarbeiter wird vorgeworfen, ein privates Bauvorhaben von seinem dienstlichen E-Mail-Account aus vorangetrieben zu haben. Er plant gemeinsam mit seiner Ehefrau ein umstrittenes Bauprojekt in der Langen Straße 36. Als Nachbarn dagegen protestierten, schickte er in seiner Funktion als Bauherr mehrfach E-Mails – von seinem dienstlichen Rechner aus und mit offizieller Signatur der Stadt Schleswig.

Nachdem die SN am vergangenen Sonnabend über den Vorgang berichtet hatten, hatte Christiansen am Montag mitgeteilt, der Sachverhalt werde intensiv geprüft und könne zu „ernsthaften dienstlichen Konsequenzen“ führen. Dem Vernehmen nach wurde innerhalb des Rathauses die Möglichkeit erörtert, den Mitarbeiter unverzüglich von seinen Aufgaben im Bauamt entbinden. Dazu kam es dann jedoch nicht. Christiansen spricht von einem „einmaligen Vorfall“, der keinen Einfluss auf die „hervorragende Arbeit des Fachbereiches Bau“ haben werde.

Die Doppelrolle des Leiters der Bauaufsicht sorgt in Verwaltung und Kommunalpolitik schon seit Jahren für Gesprächsstoff. Bereits 2013 hatte er ein Bauvorhaben auf der rückwärtigen Seite des Grundstücks verwirklicht, auf dem er auch jetzt wieder bauen möchte. Auch damals protestierten Anwohner und die SN berichteten. Seinerzeit gab der damalige Bürgermeister Thorsten Dahl den Vorgang zur Prüfung an das Bauamt der Stadt Rendsburg. Dies ist im aktuellen Fall nicht geschehen. Allerdings wird in der Stadtverwaltung darauf hingewiesen, dass der Mitarbeiter sich die Baugenehmigung nicht selbst erteilt hat, sondern andere Kollegen im Hause mit der Angelegenheit befasst waren.

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erstellt am 23.Dez.2016 | 08:00 Uhr

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