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Mahnwache für Aleppo : „Leid nicht gegeneinander aufrechnen“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Rund 60 Schleswiger folgen einem Aufruf von Amnesty International zur Mahnwache für die Opfer des Krieges in Aleppo.

von
erstellt am 24.Dez.2016 | 03:45 Uhr

Als die Schleswiger Ortsgruppe der Menschenrechtsorganisation Amnesty International vor ein paar Tagen zu einer Mahnwache für die Opfer der vom Krieg verwüsteten Stadt Aleppo in Syrien aufrief, da konnten die Mitglieder noch nicht ahnen, dass bis dahin ein Terrorakt in Deutschland die Gedanken der Menschen nicht nur in Schleswig bestimmen sollte. Die Mahnwache am Vorabend des Weihnachtsfestes fand gestern Abend im Stadtweg vor der Nospa dennoch wie geplant statt.

Die Veranstalter hatten auf ein Plakat die Namen von Städten geschrieben, in denen in den vergangenen Monaten und Jahren Menschen Opfer von Krieg, Terror und anderen Gewalttaten geworden waren: In der Mitte in schwarzen Buchstaben Aleppo. Dann Istanbul, Nairobi, Masar-i-Scharif, Nizza, Gaza, München, Donezk, Sanaa, Tel Aviv, Paris, Kabul, Diyabakir, Mossul, Ankara – und nun also auch Berlin.

„Wir dürfen das Leid nicht gegeneinander aufrechnen“, sagte Amnesty-Urgestein Christian Radtke in seiner kurzen Ansprache, die teilweise in den adventlichen Klängen der Bläsermusik auf dem benachbarten Weihnachtsmarkt unterging. „Die politische und soziale Analyse der Ursachen muss an anderer Stelle geschehen.“ Dann richtete er den Blick insbesondere auf Aleppo: „Wie können wir Weihnachten feiern, wenn nebenan die Welt untergeht?“ Er könne sich nicht daran erinnern, dass in den vergangenen Jahrzehnten eine Millionenstadt in ähnlicher Form verwüstet worden sei wie Aleppo. „Mit diesem Treffen wollen wir ein kleines symbolisches Zeichen setzen: ein Zeichen der Solidarität gegen Hass und Terror, überall in der Welt, im Abendland und im Morgenland, in Aleppo und in Berlin“, sagte er. Dem Aufruf zur Mahnwache waren rund 60 Schleswiger gefolgt, deutlich mehr , als die Veranstalter erwartet hatten.

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