Domschule : Lehrer mischen sich in Theaterdebatte ein

Die jungen Darsteller der Theater AG mit ihrem Lehrer Karlheinz Einsle (rechts). Die Aufführungen ihres nächsten Stückes „Sommer 1914 – Alle wollten Krieg“ finden am Freitag, 28. März, Sonntag, 30. März, Freitag, 4. April und  Sonnabend, 5. April jeweils um 19.30 Uhr in der Aula der Domschule statt.
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Die jungen Darsteller der Theater AG mit ihrem Lehrer Karlheinz Einsle (rechts). Die Aufführungen ihres nächsten Stückes „Sommer 1914 – Alle wollten Krieg“ finden am Freitag, 28. März, Sonntag, 30. März, Freitag, 4. April und Sonnabend, 5. April jeweils um 19.30 Uhr in der Aula der Domschule statt.

Das Kollegium der Domschule wehrt sich mit einer Resolution dagegen, die Finanzierung von Theater und Bildung gegeneinander auszuspielen.

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22. März 2014, 07:29 Uhr

Am nächsten Freitag feiert die Theater AG der Domschule wieder eine Premiere. Die Gymnasiasten bringen Rolf Hochhuths „Sommer 1914 – Alle wollten Krieg“ auf die Bühne. Es ist eine der profiliertesten Schultheatergruppen in der Region. Nicht umsonst hat sich die Domschule vor einiger Zeit den Beinamen „Bühnenschule“ gegeben. Jeder Schüler soll im Laufe seiner Schulzeit zumindest einmal auf der Bühne gestanden haben. Es gibt einen Kooperationsvertrag zwischen der Domschule und dem Landestheater.

Vor diesem Hintergrund hat das Lehrerkollegium jetzt eine Resolution zum Theaterstreit in der Stadt verabschieden – bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Auf den Punkt gebracht, wehren sie sich darin dagegen, Theaterfinanzierung und Schulfinanzierung gegeneinander auszuspielen.

Wir dokumentieren die Resolution im Wortlaut:

„Die Lehrerkonferenz / das Kollegium der Domschule Schleswig nimmt mit großer Sorge zur Kenntnis, dass die Existenz des Theaterstandortes Schleswig mittelfristig ernsthaft bedroht erscheint. Wir fordern die Entscheidungsträger vor allem in den verschiedenen Ebenen der Politik und auch im Schleswig-Holsteinischen Landestheater im Interesse unserer Schülerinnen und Schüler dringend dazu auf, den Bekenntnissen zur Sicherung des Theaterstandorts Schleswig Taten folgen zu lassen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen!
Ohne eigene Theaterspiel- und Produktionsstätte verliert Schleswig als Bildungsstandort nachhaltig an Attraktivität. Die Domschule hat seit Jahren mit allen Schüler/innen aller Jahrgänge regelmäßig die Aufführungen des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters besucht, z.B. haben zuletzt 300 Oberstufenschüler/innen die Inszenierung eines abiturrelevanten Stoffes in Schleswig verfolgen können. Darüber hinaus haben wir seit 2008 eine Kooperation mit dem Landestheater vereinbart und beziehen die Angebote der Theaterpädagogik und anderer professioneller Kompetenzen der Mitarbeiter/innen des Landestheaters immer wieder in den Unterricht ein.
Der Verzicht auf Schleswig als Theaterproduktionsstätte bzw. auf das kulturelle Angebot des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters insgesamt würde Schleswig daher nicht nur als Kulturstadt in Frage stellen. Der Bildungsstandort Schleswig verlöre mit dem Landestheater und mit einer Schleswiger Spielstätte deutlich an Attraktivität und Profil gegenüber anderen Schulstandorten. Unsere Schule ohne Theater, das hieße weniger Lebensweltbezug, weniger Kreativität, weniger Phantasie, weniger Freude am Lernen.
Wir laden die oben angesprochenen Entscheidungsträger herzlich zu uns in die Aula der Domschule ein, um uns über die so wichtige Angelegenheit ausgiebig zu diskutieren. “

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