Süderbrarup : Leere Kassen: Vorläufig kein archäologischer Rundweg

Trotz Haushaltsdefizits:  Der Kindergarten Süderbrarup wird um ein separates Haus mit einer Krippengruppe erweitert. Kinder und Personal freuen sich schon darauf. Marion Miske (Mitte)  arbeitet seit 30 Jahren in der Einrichtung, zum Dank gab es Geschenke. Foto: kuhl
Trotz Haushaltsdefizits: Der Kindergarten Süderbrarup wird um ein separates Haus mit einer Krippengruppe erweitert. Kinder und Personal freuen sich schon darauf. Marion Miske (Mitte) arbeitet seit 30 Jahren in der Einrichtung, zum Dank gab es Geschenke. Foto: kuhl

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23. Dezember 2009, 10:26 Uhr

Süderbrarup | Wie viele anderen Gemeinden hat auch Süderbrarup mit sinkenden Einnahmen zu kämpfen. Um den Haushalt 2010 decken zu können, hatte der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen den Vorschlag gemacht, in diesem Jahr auf den Bau einer Halle für den Bauhof und komplett auf die Anlage des archäologischen Stationswegs zu verzichten (wir berichteten). Jedoch gab es bei der Gemeindevertretersitzung einen fraktionsübergreifenden Widerstand gegen das vollständige "Aus" für die mit viel Aufwand vorbereitete touristische Attraktion.

"Der archäologische Rundweg ist etwas Besonderes - wir können ihn nicht einfach fallen lassen", plädierte Regina Burgwitz von der Wählergemeinschaft ABS. Und Friedrich Bennetreu, stellvertretender Bürgermeister von der CDU, meinte: "Wir müssen dem kulturhistorischen Denkmal gerecht werden und nach außen hin ein Signal geben, dass wir es nicht vollständig aufgeben." Man solle sich im neuen Jahr noch einmal zusammensetzen und prüfen, ob es nicht auch preiswerter ginge, schlug er vor. Dabei könne auch der Museumsverein eine wichtige Rolle übernehmen.

Akzeptiert wurde ein Kompromissvorschlag von Bürgermeister Johannes-Peter Henningsen, der besagt, das Projekt weiterzuverfolgen, aber keine Mittel dafür in den Haushalt 2010 einzustellen.

Mit einem Verwaltungsteil von 4 720 400 Euro und einem Vermögensteil von 696 000 Euro wurde der Haushalt beschlossen wie vom Finanzausschuss vorgeschlagen.

Keine Kompromisse gab es bei der Hundesteuer. Diese steigt für den ersten Hund auf 90 Euro. Ein Antrag von Jürgen Plundke, dem Vorsitzenden des Seniorenbeirats, auf Ermäßigung oder Erlass dieser Steuer für Hartz IV-Empfänger wurde abgelehnt.

Eine wiederum von Jürgen Plundke beantragte Änderung der Seniorenbeiratssatzung wurde ebenfalls abgelehnt. Bisher wird der Seniorenbeirat alle fünf Jahre von der Gemeindevertretung gewählt. In der Praxis ist diese Wahl eher eine Bestätigung der Freiwilligen, die dieses Amt übernehmen wollen. Der Seniorenbeirat wollte diese Wahl auf eine demokratische Basis stellen mit Stimmabgabe aller Senioren. Da sich bisher aber niemals mehr als die notwendigen Kandidaten gemeldet haben, hält man in der Gemeindevertretung eine Änderung zum jetzigen Zeitpunkt für unnötig und will erst bei aktuellem Bedarf wieder darüber beraten - das heißt, wenn mehr Kandidaten als Posten zur Verfügung stehen.

Dem vom Amt ausgehandelten Vertragsentwurf für den Betrieb evangelischer Kindertagesstätten wurde zugestimmt. In diesem Zusammenhang gab Bürgermeister Henningsen bekannt, dass der Antrag auf Bau eines separaten Hauses für eine Kinderkrippe im Jacobi-Kindergarten Süderbrarup in Höhe von 387 000 Euro vollständig anerkannt, aber noch nicht bewilligt sei. Die Gemeinde erhält dann zwei Drittel der Bausumme als Zuschuss. Auf Anfrage teilte Henningsen mit, dass auch der Vertrag mit dem ADS-Kindergarten gekündigt sei, aber erst zum 1. Juli ausliefe.

Weiteres in Kürze:

. Die Satzungen um die Abwasserentsorgung wurden auf die neuen gesetzlichen Regelungen umgestellt und ein geänderter Vertrag mit dem Entsorger abgeschlossen.

. Die Jahresrechnung, über- und außerplanmäßige Ausgaben, sowie der Jahresabschluss des Wasserwerks und dessen Verlustausgleich aus Haushaltsmitteln wurden für das Jahr 2008 genehmigt und beschlossen.

. In der Spielgerätesteuersatzung wurde die Vergnügungssteuer auf zehn Prozent heraufgesetzt.

. Die Verwaltung der Standortbücherei wird im neuen Jahr von der Gemeinde übernommen.

. Zweckgebunden für den Schulbau zahlt die Gemeinde einmalig 25 Euro pro Bürger an das Amt Süderbrarup verteilt auf zwei Jahre.

. Die Versammlung beschloss den Wegenutzungsvertrag "Strom" mit der Eon-Hanse abzuschließen.

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