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Schleswig : Leckere Hausmannskost für Tafel-Kunden

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In der Kreiskantine wurden gestern gratis mehr als 60 Portionen Rübenmus serviert.

Draußen herrschte Dauerregen, drinnen, in der warmen Kantine des Kreishauses, duftete es nach frisch gekochtem Rübenmus. Gestern hatte der Kreis Schleswig-Flensburg zusammen mit der Schleswiger Tafel zu dem fast schon traditionellen Festessen eingeladen.

Kurz nach 11 Uhr begrüßte Landrat Wolfgang Buschmann die rund 40 Gäste. Stellvertretend für die 60 ehrenamtlichen Helfer der Tafel dankte er Leiterin Catherine Matzen und ihren beiden Stellvertretern Christa Spruner von Mertz und Bernd Diedrichsen für ihr Engagement. Auch für das eigene Personal gab es ein Lob: So sei die Kantine des Kreises bekannt dafür, „dass sie gute Sachen kocht“. Danach wünschte er: „Guten Appetit. Lassen Sie es sich schmecken!“

100 Teller mit Rübenmus, Kochwurst und Kasseler hätten ausgeteilt werden können – gut 60 wurden es am Ende. „Der Rest wird portionsweise eingefroren“, so Catherine Matzen. Denn gerade fertige Gerichte würden von ihren Kunden gerne genommen, ergänzte Bernd Diedrichsen. Den Kunden vor Ort schmeckte es bestens: „Das war ein Gedicht“, schwärmte Sabine Schöttl. So schön könne man gar nicht selber kochen. Zudem helfe die Mahlzeit dabei, „über die Runden zu kommen“.

Immer mehr Menschen nehmen das Angebot der 1999 gegründeten Tafel in Anspruch. Die Einrichtung befindet sich in Trägerschaft der Johanniter-Unfallhilfe. „Was viele nicht wissen, ist, dass wir keinerlei staatliche Zuschüsse bekommen“, sagte Bernd Diedrichsen, sie finanzierten sich allein aus Spenden. Seit einem Jahr engagiert er sich für die Tafel – seitdem gilt auch bei ihm: „Wir haben jeden Tag Tafel.“ Catherine Matzen stimmte zu: „Und das neben meiner normalen Arbeit.“

Dabei sind die Herausforderungen groß, gerade in finanzieller Hinsicht: Die monatlichen Fixkosten betragen 2000 Euro – Geldspenden jedoch „plätscherten“ in diesem Jahr nur hinein. „Ohne die Johanniter könnten wir gar nicht existieren“, meinte Matzen. Besser sieht es bei Lebensmittelspenden aus: „Wenn wir an die Firmen herantreten, wurde noch nie ’Nein’ gesagt.“ Neben regelmäßigen Spenden von Privatleuten, zählten auch die Fleischproduzenten Böklunder und Redlefsen aus Satrup zu großzügigen Großspendern. Für ein ausgewogenes Angebot tausche man Waren zudem mit anderen Tafeln: Eier kommen aus Eckernförde, Gemüse aus Hohenwestedt. „Dann stehen wir mit zwei Autos auf dem Parkplatz und packen um“, schmunzelte Bernd Diedrichsen.

Auf ihre Wünsche angesprochen, meinte Catherine Matzen: „Wir suchen rüstige Herren – die dürfen kein Rücken haben –, die als Fahrer oder Beifahrer beim Einsammeln der Waren helfen wollen.“ Darüber hinaus seien natürlich gerade Geldspenden jederzeit willkommen.

 

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erstellt am 18.Okt.2014 | 08:00 Uhr

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