Schleswig : „Lecker Fresschen“: Futter und Gespräche

Christina und ihre „Sina“ sind dankbar über die Futterspende.
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Christina und ihre „Sina“ sind dankbar über die Futterspende.

Bei der Aktion „Lecker Fresschen“ wird bedürftigen Tierhaltern und ihren Lieblingen gleichermaßen geholfen.

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07. Februar 2018, 07:00 Uhr

Geduldig reihen sich die rund 60 Menschen aller Altersgruppen mit ihren Vierbeinern in die Warteschlange am Parkplatz des Schleswiger Jugendzentrums ein. Einmal im Monat, immer am ersten Dienstag ab 10 Uhr, findet hier die Aktion „Lecker Fresschen“ für diejenigen Tierhalter statt, die nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Mit einer kostenlosen Futterausgabe wird Mensch und Tier gleichermaßen geholfen. Hund, Katze, Maus, Vogel, Meerschweinchen und andere Nager – für jedes Tier wird bei Vorlage eines Berechtigungsscheines Futter ausgeteilt.

Zuvor hat das Tierheim-Team um Leiterin Yvonne Wiegers-von Wegner das Futter angeliefert, sortiert und bereitgestellt. „Das hilft uns sehr, wir sind sehr dankbar“, sagt Christina, die gemeinsam mit ihrer Mischlingshündin „Sina“ zum zweiten Mal ins Jugendzentrum gekommen ist und sich über die Begegnung mit den Menschen hier freut.

Erik (71) ist seit Anfang an regelmäßig Gast bei „Lecker Fresschen“. „Es ist wirklich gut, dass es solch eine Hilfe gibt“, sagt der Rentner, der 43 Jahre lang gearbeitet hat, bis ein Arbeitsunfall alles veränderte. Sein Hund, seine Katze und sein Kakadu schenken Erik Freude.

Vor neun Jahren wurde die Kooperation des Schleswiger Tierheims mit dem Jugendzentrum ins Leben gerufen – der damalige Einrichtungsleiter Mario Hoff hatte mit der Namensgebung sogleich einen kreativen Einfall, schließlich war der Begriff „Tiertafel“ bereits vergeben. Jugendzentrum und Tierheim sind zwar zwei verschiedene Einrichtungen, die jedoch mehr Gemeinsamkeiten haben, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Würde des Menschen wird hier gewahrt – keiner muss sich ob seiner Bedürftigkeit schämen. Und: Insbesondere ältere Besucher nutzen die Aktion für Gespräche mit den Mitarbeitern der beiden Einrichtungen. Tipps rund um Gesundheit und Ernährung werden dankbar angenommen. „Wir merken, wie wichtig das für die Menschen ist, und wissen, was für einen sozialen Halt die Tiere bieten“, sagt Sandra Martensen, Leiterin des Jugendzentrums.

Die Finanzierung dieser Initiative erfolgt ausschließlich über Spenden von Privatpersonen. Auf die strikte Trennung zur Institution Tierheim, das ebenso auf Spenden angewiesen ist, legt das Team viel Wert. Yvonne Wiegers-von Wegner sagt: „Es könnten gerne ein paar bereitwillige Menschen mehr dabei sein, die uns in dieser Aktion mit einer zweckgebundenen Spende unterstützen. Es lohnt sich, denn die Menschen sind dankbar.“

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