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Schleswiger Nachrichten

23. Oktober 2017 | 07:10 Uhr

Schafflund : Lebensraum für Fische und Vögel

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mit aufwendigen Erdarbeiten wird der Schafflunder Mühlenstrom wieder mit den angrenzenden Auen verbunden.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2016 | 12:45 Uhr

Schafflund | Seit zwei Wochen erfolgen am Schafflunder Mühlenstrom umfangreiche Erdarbeiten auf dem Stiftungsland, insgesamt wurden 3500 Kubikmeter Boden abtransportiert und auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht. Grund für diese Arbeiten ist die Umsetzung der europäischen Wasserrahmen-Richtlinie, die seit 2000 in Kraft ist. Die Richtlinie hat unter anderem zum Ziel, Gewässer und Fließgewässer in einen ökologisch guten Zustand zu versetzen. Konkret soll in Schafflund der Mühlenstrom wieder mit den angrenzenden Auen verbunden werden.

Werner Marxen vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz ist für die Umsetzung der Arbeiten am Schafflunder Mühlenstrom verantwortlich: „Wasserschutz und Naturschutz wirken hier zusammen“, erklärt er, „früher wurden die Fließgewässer vertieft und begradigt, damit das Land nicht überschwemmt wurde. Dadurch wurden aber die Auen entkoppelt.“ Naturnahe Auen sind Flächen, die bei hohem Wasserstand regelmäßig überschwemmt werden und artenreiche Lebensräume bilden. Über eine Strecke von 300 Metern wurde nun südlich des Schafflunder Mühlenstroms, an mehreren Stellen Boden abgetragen, um wieder eine Verbindung zu den Auen zu schaffen.

Die Analyse der zuvor entnommenen Bodenproben ergab an etlichen Stellen moorhaltigen Boden. „Diese wurden nicht angetastet“, sagt Gerald Gentele von der Kreiswasserbehörde Schleswig. An ausgewählten Stellen sollen zusätzliche Steinaufschüttungen Schutz vor Erosion gewähren und Staumöglichkeiten bilden. Die Hoffnung ist, dass sich dort Pflanzen ansiedeln werden und auch die Fischbrut ruhige Stellen erhält. Außerdem wurden neue Lebensräume für Wasservögel erschlossen. Träger der Maßnahme „Auenanbindung“ ist der Wasser- und Bodenverband Meyner Mühlenstrom, der die Aufträge an sachkundige Firmen vergeben hat und für die Kosten aufkommt. Die Gesamtsumme für die Planungs- und Baukosten beträgt rund 97  000 Euro und stammt zu 100 Prozent aus EU-, Bundes- und Landesfördermitteln.

An Wallsbek, Meyner Au und Schafflunder Mühlenstrom wurden in der Vergangenheit bereits etliche Projekte zur Verbesserung des ökologischen Zustands realisiert. „Aus Sicht des Naturschutzes haben sie sich gelohnt“, zeigt sich Edmund Link zufrieden und verweist auf den wieder heimisch gewordenen Eisvogel und den verbesserten Lebensraum für den Fischotter. Die Renaturierung der Auen hat er als Kreisnaturschutzbeauftragter begleitet, diesen Posten jedoch zum 1. November abgegeben. „Aber Natur im Bereich Schafflund ist etwas, worum ich mich weiter kümmern werde,“ verspricht Link.

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