Nach Biss-Attacke : Lebenslanger Maulkorb-Zwang

Rottweiler können bis zu 68 Zentimeter hoch werden – und etwa 50 Kilogramm schwer.
Rottweiler können bis zu 68 Zentimeter hoch werden – und etwa 50 Kilogramm schwer.

Im Internet entfachte sich nach der Biss-Attacke gegen einen sechsjährigen Jungen in Schleswig wieder eine Diskussion zur Haltung gefährlicher Hunde. Aber ab wann gilt ein Hund eigentlich als gefährlich?

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11. Juni 2014, 07:45 Uhr

Der Schock sitzt tief. Vergangene Woche verletzte ein Rottweiler-Mischling in der Nähe der Bugenhagenschule einen sechsjährigen Jungen bei einer Biss-Attacke schwer (wir berichteten). Auf der Facebook-Seite sowie der Internetseite der Schleswiger Nachrichten gab es daraufhin ungewöhnlich viele – aber auch sehr unterschiedliche – Reaktionen. Einige Leser forderten, den Hund einzuschläfern und eine Strafe für den Hundehalter, andere mahnten, „jetzt nicht alle Kampfhunde über einen Kamm zu scheren“. Immer wieder kam die Frage auf: Ab wann wird ein Hund als gefährlich eingestuft?

Gesetzlich gelten nur Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier als gefährliche Hunderassen. Unabhängig davon gilt ein Hund aber als gefährlich, wenn er einen Menschen beißt – ohne sich damit selbst zu verteidigen. In diesem Fall lag allerdings kein Grund für einen Biss vor.

Ilka Hornung vom Tierheim Schleswig, wo der Hund kurzfristig untergekommen war, beschreibt den Hund als „typischen Rottweiler“, der aber nicht in die Kategorie Kampfhund falle. Das Tier sei vorher noch nicht auffällig geworden und habe deshalb keinen Maulkorb getragen, sagt sie. Nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt der Stadt, wurde der Hund eine Stunde nach seiner Einlieferung wieder dem Halter übergeben. „Allerdings muss der Rottweiler ab jetzt einen Maulkorb und eine blaue Leine tragen – und zwar für immer“, erklärt Hornung.

Wahrscheinlich kommt auf den Halter nun auch eine Geldstrafe zu, die die Stadt festlegt. Allerdings vermutet Maike Rickertsen, Leiterin der Bugenhagenschule, dass der junge Mann schon vorher Konsequenzen aus dem Vorfall ziehen wird – und den Hund aus dem Verkehr zieht. „Denn er war sehr geschockt und tief bestürzt von dem Vorfall“, weiß sie.

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