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Schleswiger Nachrichten

15. Dezember 2017 | 15:20 Uhr

Laut Baugesetz nicht zulässig

vom

Mehrfamilienhaus hinter der Moltkestraße dürfte nur mit Sondergenehmigung errichtet werden

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Schleswig | Die Rechtslage ist eindeutig. Das von einem Süderbraruper Unternehmer auf einer Grünfläche zwischen Moltkestraße, Gartenstraße und Schubystraße geplante Gebäude mit 14 Wohneinheiten passt sich nicht in die kleinteilige Umgebung ein und ist daher unzulässig. Dies sagte Bauamtsleiterin Manja Mahrt am Dienstag bei einem Ortstermin des Bauausschusses. Sie bestätigte damit die Kritik von Anwohnern, die die Ausmaße des Gebäudes sowohl in den städtischen Gremien als auch in der Öffentlichkeit angeprangert hatten. Mahrt betonte allerdings auch, dass es in den Händen des Bauausschusses und der Ratsversammlung liege, ob letztlich auf der Wiese gebaut werden dürfe. Durch eine Sondergenehmigung in Form eines projektbezogenen Bebauungsplans könnte Baurecht geschaffen werden.

Ob es soweit kommt, steht nach dem Ortstermin keineswegs fest. Für den Ausschussvorsitzenden Klaus Bosholm (SPD) stand auch nicht im Vordergrund, auf der letzten Sitzung seines Gremiums in der zu Ende gehenden Wahlperiode unbedingt einen Beschluss erwirken zu wollen. Stattdessen zielte er darauf auf, dass Projektbefürworter und Projektgegner miteinander ins Gespräch kommen. Die Entscheidung über das Projekt, so Bosholm, könne und solle erst die nächste Ratsversammlung treffen.

Für den Bauherrn sprach Architekt Peter Rimkus. Er machte gegenüber den Anwohnern deutlich, dass durch die Bauarbeiten keine Schäden an den umliegenden Häusern zu erwarten seien. Denn es sei für das Mehrfamilienhaus keine Gründung mit Pfählen erforderlich. Es werde also keine Erschütterungen geben. Dennoch wolle man in Vorbereitung auf die Bauarbeiten alle Gebäude in der Umgebung begutachten. Durch diese "Beweissicherung" lässt sich im Streitfall nachweisen, ob ein Schaden schon vor den Bauarbeiten oder erst im Zuge dieser aufgetreten ist. Rimkus zitierte zudem aus einem neuen Gutachten eines Biologen, dass von den Bauarbeiten keine gefährdeten Tierarten betroffen wären. Wegen der isolierten Lage in der Stadt handele es sich bei der Wiese nicht um ein Brutgebiet. Dies wurde jedoch von mehreren Anwohnern angezweifelt. Einer von ihnen bezeichnete das Gutachten als unseriös, da es nur eine Momentaufnahme darstelle. Er mahnte eine Langzeitbetrachtung an und verwies darauf, dass Zugvögel die Grünfläche als Zwischenstation nutzten.

Die Politiker positionierten sich offiziell noch nicht, jedoch klang durch, dass mancher Mandatsträger den Dimensionen des geplanten Gebäude eine gewisse Skepsis entgegenbringt. Laut Bauamtsleiterin Mahrt soll sich der Bauausschuss auf seiner nächsten Sitzung im August damit befassen. Eine endgültige Entscheidung könnte der Rat frühestens am 9. September treffen.

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