Warnung statt Badeverbot : Larven im Schleswiger Luisenbad

Gefahr im Uferbereich: Die Schneckenlarven befallen vornehmlich kleine Kinder. Foto: oje
Gefahr im Uferbereich: Die Schneckenlarven befallen vornehmlich kleine Kinder. Foto: oje

Eigentlich wollte die Kinder im Schleswiger Luisenbad vergnügt plantschen - doch nach wenigen Minuten hatten alle juckenden Hautausschlag. Der Grund: Saugwurmlarven.

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27. Juli 2012, 12:58 Uhr

Schleswig | Das war ein kurzer Ausflug an den Strand: Eine Gruppe von fünf Müttern mit sechs Kindern - alle zwischen ein und zwei Jahre alt - nutzte den ersten richtig heißen Tag des Jahres zu einer Abkühlung im Luisenbad. Schon nach wenigen Minuten liefen die Kinder schreiend aus dem Wasser. Sie hatten roten Hautausschlag, der stark juckte.
Die DLRG-Rettungsschwimmer auf der Luisenbad-Terrasse kannte die Ursache sofort: Zerkarien. Die Saugwurmlarven breiten sich aus, wenn die Wassertemperatur auf deutlich über 20 Grad steigt. Normalerweise leben sie im Gefieder von Enten. Es ist nicht das erste Mal, dass sie am Luisenbad auftreten. Im August vor drei Jahren waren innerhalb weniger Tage mehr als 30 Kinder betroffen.
Unangenehm, aber harmlos
Wie schon damals hat das Gesundheitsamt jetzt Warnhinweise an den Zugängen zum Luisenbad angebracht. Eine niedergelassene Ärztin hatte die Behörde alarmiert, nachdem zwei der Kinder mit Zerkarien-Befall in ihrer Praxis aufgetaucht waren. Zu einem Badeverbot, wie einige betroffene Eltern es jetzt fordern, bestehe kein Anlass, sagte Amtsleiterin Jutta Korte am Mittwoch gegenüber den Schleswiger Nachrichten. Zerkarien sind zwar unangenehm, aber harmlos. Jugendliche und Erwachsene könnten ohnedies weiter unbesorgt ins Wasser gehen, versichert sie. Denn zum einen ist Erwachsenenhaut für die Larven zu dick, außerdem halten sie sich vornehmlich im seichten Uferbereich auf - dort wo kleine Kinder plantschen.
Ein direkter Zusammenhang mit der Keimbelastung in der Schlei vorm Luisenbad, die in der Vergangenheit zu Badeverboten führte, sieht Korte nicht. Allerdings vermutet sie die Herkunft sowohl der Keime als auch der Zerkarien im Gottorfer Burggraben. "Beide treten besonders bei Westwind auf." Bei Niedrigwasser öffnet sich die Schleuse unter dem Gottorfer Damm automatisch, so dass Wasser aus dem Graben in die Schlei strömt. Im unmittelbaren Umfeld des Luisenbades schwimmen nur wenige Enten. Im Burggraben sind dagegen sehr viele zu Hause.
Aus anderen Badestellen in der Schlei sind dem Gesundheitsamt keine Fälle von Zerkarienbefall bekannt geworden. Betroffenen rät Jutta Korte: "Nicht duschen, sondern die Haut nur mit einem Tuch trockenrubbeln." Außerdem helfen antiallergene Salben. Nach zwei bis drei Tagen ist der Juckreiz in der Regel vorbei.

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