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Schleswiger Nachrichten

28. Juli 2017 | 10:48 Uhr

Schleswig : Langner will es nochmal wissen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Kreishandwerksmeister aus Bergenhusen wurde zum vierten Mal wiedergewählt.

Hans Christian Langner ist seit 1998 Kreishandwerksmeister, und er bleibt es. Die zehn Obermeister der in der Kreishandwerkerschaft Schleswig organisierten Innungen wählten den Elektromeister aus Bergenhusen einstimmig für weitere fünf Jahre. Die Wahl erfolgte zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt, besondere Umstände zwangen die Handwerksvertreter zu einem vorgezogenen Votum.

Denn eigentlich stand der designierte Nachfolger für den Posten mit Nils Autzen, Obermeister der Bauinnung, bereits fest. Doch der Stellvertreter Langners zog seine Bereitschaft, das Ruder in den nächsten Jahren zu übernehmen, aus beruflichen Gründen zurück – er hatte 2016 das Treianer Traditionsunternehmen Eichner-Bau übernommen. So stand die Kreishandwerkerschaft plötzlich ohne Kandidat da. Und weil Langner selbst sich eine Fortsetzung durchaus vorstellen konnte, war Eile geboten. Denn ab dem 65. Lebensjahr ist eine Wahl zum Kreishandwerksmeister laut Satzung nicht mehr möglich. Langner ist 64.

Beisitzer Hanno Lüttmer, der die Wahl durchführte, sprach im Zusammenhang mit der langen Amtszeit Langners von einer „sensationellen Zeit“. Langner selbst hob hervor, dass er seine Erfahrung gern weiterhin zur Verfügung stellen wolle und warb für das ehrenamtliche Engagement im Handwerk. Zumal sich die Rahmenbedingungen für die Kreishandwerkerschaften ändern werden. Im Zuge des demografischen Wandels werde die Auslastung der Lehrwerkstätten voraussichtlich sinken, es werde weniger Zuschüsse geben. „Es wird eine Herausforderung, unsere Eigenständigkeit zu erhalten“, sagte er. Unterdessen laufen die Geschäfte im Handwerk wie geschmiert. Die jüngste Umfrage der Handwerkskammer Flensburg habe ergeben, dass 51 Prozent der Betriebe ihre Situation als gut beschreiben, 40 Prozent als befriedigend und nur neun als schlecht – insgesamt ein noch besseres Ergebnis als ein Jahr zuvor, das gelte auch für die Preisentwicklung. Langner: „Das Handwerk bleibt in der Erfolgsspur.“

Ganz so sonnig sind die weiteren Aussichten indes nicht. „Alle Gewerke suchen händeringend nach Fachkräften und Auszubildenden“, betonte Langner. Deshalb seien größere Anstrengungen bei der Nachwuchsgewinnung notwendig. Das betonte auch Dirk Belau, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Flensburg. Er rechnete vor, dass 2016 erstmals 13 Prozent der Azubis im Handwerk mit Fachhochschulreife oder Abitur angetreten seien, fünf Jahre zuvor waren es noch fünf Prozent. Und eine Gewähr, in der Konkurrenz um diese Jugendlichen zu bestehen, gebe es nicht. Deshalb müssten die Betriebe alles daran setzen, das die Ausbildung und die Ausbildungsstätten qualitativ hochwertig bleiben.

Bei den Wahlen wurde Nils Otzen in Abwesenheit als stellvertretender Kreishandwerksmeister bestätigt. Hanno Lüttmer, Tim Schulte, Lutz Wilhelmsen und Jens-Uwe Böhling wurden als Beiräte bestätigt. Edwin Kluge (Tischlerinnung) und Horst Vorpahl (Bäckerinnung) wurden mit einem Blumenstrauß und einem Präsent aus dem Vorstand verabschiedet.

 

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erstellt am 20.Mai.2017 | 07:22 Uhr

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