Südangeln : Lange Mängel-Liste an Schulen

Die neuen Mitglieder: Ulrike Petersen (v.l.), Holger Böttcher, Karsten Stühmer, Heinz-Erich Puzich, Matthias Hjordthuus, Peter Matthiesen, Ulrike Beck, Inge Hethey und Hans-Helmut Guthardt.
Die neuen Mitglieder: Ulrike Petersen (v.l.), Holger Böttcher, Karsten Stühmer, Heinz-Erich Puzich, Matthias Hjordthuus, Peter Matthiesen, Ulrike Beck, Inge Hethey und Hans-Helmut Guthardt.

Der Schulausschuss muss mit Kosten von über drei Millionen Euro rechnen.

shz.de von
29. August 2018, 17:24 Uhr

Nachdem sich Peter Matthiesen nicht zur Wiederwahl zur Verfügung stellte, wurde auf der ersten öffentlichen Schulausschusssitzung der Boy-Lornsen-Grundschule in Tolk ein neuer Vorsitzender gewählt. Einstimmig fiel die Wahl auf Matthias Hjordthuus, der sich schon seit Jahren in der Gemeinde und im Schulausschuss engagiert. Amtsvorsteher Edgar Petersen leitete die Wahl und übergab den Vorsitz an Hjordthuus mit den Worten: „Schule ist arbeitsintensiv und erfordert viel Engagement für gemeinsame Entscheidungsfindungen.“

Danach beschäftigten sich die Ausschuss-Mitglieder hauptsächlich mit dem Sanierungskonzept für die drei Schulen in Schaalby, Tolk und Nübel. Der Schleswiger Architekt Peter Paustian listete die gefundenen Mängel auf, die bei der Besichtigung der Gebäude entdeckt worden sind. „Nach der ersten Schätzung beträgt die Summe für die Sanierung 3,1 Millionen Euro“, sagte Paustian. Nachdem der Schulhof in Schaalby nun jedoch auch sanierungsbedürftig ist, müsse man eher mit 3,5 Millionen Euro rechnen.

Auch in Schaalby sind einige Sanierungen notwendig: der Turnhallenboden, die Fenster im Altbau, außerdem ist an verschiedenen Stellen Wasser eingetreten. Sogar ein Abriss und Neubau von Gebäudeteilen sind angedacht, welche laut Architekt die größten Probleme darstellen. Marode Innentüren fallen auseinander, nicht vorhandener Schallschutz muss installiert und uralte Rippenheizkörper müssen erneuert werden. Das Flachdach soll saniert und Schneefanggitter und Geräteraumtore eingebaut werden.

In Tolk betrifft der „größte Batzen“ laut Paustian die Dacheindeckung. Durch die Photovoltaikanlage wurde der Untergrund mit Haarrissen beschädigt und nun tritt gleich an mehreren Stellen Wasser ein. Außerdem hatten die Tolker massiven Marderverbiss, eine Dämmung sei nahezu nicht mehr existent. Das Gebäude ist verzweigt und groß, die eternithaltigen Fassadenelemente seien nicht langlebig und die Nordfassade ist energetisch nicht mehr zeitgemäß. Auch dort müssen Innentüren, Akustikdecken und Rippenheizkörper eingebaut, beziehungsweise erneuert werden. Schmutz- und Regenwasserleitungen sollen gespült werden und der Öllagerraum ist überflutungsgefährdet. Dafür sind insgesamt 1,9 Millionen Euro eingeplant.

Mit „nur“ 226 000 Euro sind die Kosten für den Standort Nübel geradezu überschaubar. Dort müsste der Sporthallenboden erneuert und der Schulhof neu asphaltiert werden, so Paustian. Außerdem der Heizungsraum, das Flachdach und die Fenster. Im Altbau brauchen zwei Klassenräume die richtige Beleuchtung und Akkustikdecken sowie neue Fußböden. Die WCs für die Lehrer und die Jungen inklusive der Trennwände und Fenster sollen erneuert werden.

Einen zeitlichen Rahmen für die Sanierungen gibt es noch nicht, auch der endgültige Beschluss über das Sanierungskonzept ist noch nicht gefasst. Die Ausschuss-Mitglieder zeigten sich jedoch zuversichtlich, dass der Amtsausschuss in seiner nächsten Sitzung das Konzept beschließen wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung betraf das Thema Schülerbeförderung. Die bisherigen Verträge sind gekündigt und laufen zum 31. Dezember aus. Durch die Kollision der Interessen von Personennahverkehr und Schülerbeförderung bezeichnete Amtsdirektor Heiko Albert die Situation als schwierig. Derzeit herrsche Sendepause, doch: „Ein Vertrag ohne Mitspracherecht wird nicht unterschrieben“, betonte er.

Schulleiter Johannes Lucas berichtete, dass sich die Schülerzahlen in den drei Standorten langsam angleichen. Insgesamt gehen 228 Kinder auf die Boy-Lornsen-Grundschule, davon 54 Schulanfänger. Die integrative Fördergruppe für Kinder, denen es schwerfällt, am Unterricht teilzunehmen, wird weiterhin in Tolk geführt.



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