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Es geht mal wieder ums geld : Lange Diskussion über eine Brücke

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Gemeindevertretung Silberstedt entscheidet mit knapper Mehrheit: Die marode Verbindung nach Treia wird trotz reduzierter Förderung ersetzt.

von
erstellt am 11.Mai.2016 | 07:00 Uhr

Ein prall gefülltes Rücklagenkonto ist noch lange kein Grund, allzu spendabel zu sein. Diese Einstellung führte in der Gemeindevertretung Silberstedt am Montagabend zu einer längeren Diskussion, in der gegensätzliche Meinungen aufeinander prallten. Thema war der Neubau der 1975 gebauten Goosholzer Brücke, die Silberstedt und Treia über die Treene hinweg verbindet – besser gesagt verband, denn der Überweg ist seit zwei Jahren gesperrt, weil die Bongossi-Konstruktion morsch geworden ist. An einen Neubau wird schon lange gearbeitet – und es gibt auch Beschlüsse für das Projekt, das voraussichtlich 273  700 Euro kosten wird: Der Silberstedter Bauausschuss hatte unter der Voraussetzung für einen Neubau gestimmt, dass 50 Prozent der Kosten durch Fördermittel gedeckt werden.

Am Montag nun sollte die Gemeindevertretung grünes Licht für die Ausschreibung der Arbeiten geben – allerdings mit der Nachricht im Kopf, dass die Förderung auf 50  000 Euro beschränkt bleibt. Das stieß bei einigen Gemeindevertretern auf Widerstand. „Wir haben genügend andere Baustellen wie zum Beispiel marode Straßen in Silberstedt, wir müssen das Geld ja nicht für eine Brücke verballern “, lautete ein Einwand. Wolfgang Schulz von der Wählergemeinschaft argumentierte mit der Förderung: „Unser Beschluss ist unter anderen Voraussetzungen zustande gekommen – jetzt steht das in keinem Verhältnis mehr. Bürgermeister Peter Johannsen kämpfte um die Mehrheit und führte dabei auch die finanzielle Situation der Gemeinde ins Feld: „Wir haben 1,75 Millionen Euro in der allgemeinen Rücklage. Wenn wir die Brücke bauen, müssen wir deshalb auf kein einziges anderes Projekt verzichten“, sagte er und sprach auch das Verhältnis zu Treia an, das die Hälfte der Kosten tragen soll. „Wenn wir jetzt verzichten, verbessert sich unser Image nicht gerade“, mahnte der Bürgermeister.

Hilfestellung bekam er von Lutz Schnoor, der im Amt Arensharde für Bauangelegenheiten zuständig ist. Der berichtete von der Touristik-Gemeinschaft „Grünes Binnenland“, die in einem Brückenneubau einen touristischen Mehrwert sehe und sich mehr Gäste und Übernachtungen verspreche.

„Die Entscheidungen hier fallen zunehmend schwerer“, stöhnte der Bürgermeister während der Diskussion. Ihr findet immer irgend etwas, was dagegen spricht.“ Sein Antrag aber wurde letztlich mit einer knappen Mehrheit angenommen, die Ausschreibung geht raus. Lutz Schnoor wies darauf hin, dass es nun kein Zurück mehr gebe, wenn es ein Angebot gibt, das nahe an dem geplanten liegt. Allerdings könne die Gemeinde zurücktreten, wenn die Marke um mehr als zehn Prozent überschritten werde.

In seinem Bericht war Bürgermeister Peter Johannsen zuvor auf das interkommunale Gewerbegebiet Schleswig-Schuby eingegangen. Als positiv bewertete er die Mitteilung, dass nun Profis für die Vermarktung des Geländes zuständig sind und offenbar zwei Betriebe kurz vor der Ansiedlung stehen. „Das gibt doch gleich ein ganz anderes Bild, wenn sich dort schon etwas tut.“ Mit kritischem Unterton äußerte sich Peter Johannsen über die Kriterien, die ein Unternehmen erfüllen muss, um sich in dem Gewerbegebiet ansiedeln zu können. „Das ist eine Riesenliste“, sagte er – und verriet den Gemeindevertretern, dass es in der Bürgermeisterrunde auch Überlegungen gebe, die Vorschriften, die unter anderem dafür sorgen sollen, dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden, in Ausnahmefällen ein wenig zu lockern, um das Gebiet zu füllen. „Auch auf die Gefahr hin, dass wir für einzelne Bauplätze Fördergeld zurückzahlen müssen“, sagte der Silberstedter Bürgermeister.

Im eigenen Gewerbegebiet gibt es nach Auskunft von Peter Johannsen immer noch Probleme mit zu langsamem Internet. „In dieser Beziehung herrscht dort schlechte Stimmung.“ Da es noch einige Zeit dauern werde, bis die Breitband-Bemühungen des Amtes zum Erfolg führen, müsse man über eine schnellere Lösung nachdenken. „Wir können es uns nicht leisten, so lange Zeit nichts zu tun“, sagte Johannsen.

Schließlich wird in Silberstedt noch dringend ein Flüchtlingslotse gesucht, der sich für eine begrenzte Zeit von einigen Monaten um zwei Jugendliche Asylbewerber kümmert.

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