Unewatt : Landschaftsmuseum bekommt ein neues Zentrum

Im Christesen-Hof sollen die Fäden der Kulturarbeit zusammenlaufen – nicht nur für das Museumsdorf Unewatt, sondern auch für ganz Angeln.
Im Christesen-Hof sollen die Fäden der Kulturarbeit zusammenlaufen – nicht nur für das Museumsdorf Unewatt, sondern auch für ganz Angeln.

Der Kauf des Christesenhofes steht unmittelbar vor dem Abschluss. Mit dem Ensemble als Kristalisationspunkt will die Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg das Landschaftsmuseum Unewatt vor dem Sichtum retten.

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14. Januar 2015, 07:45 Uhr

Der Kauf des Christesenhofes in Unewatt durch die Kulturstiftung des Kreises steht kurz vor dem Abschluss. Wenn die Tinte unter den Kaufverträgen, die derzeit zwischen Kulturstiftung, Notar und Testamentsvollstrecker ausgetauscht werden, trocken ist, steht die Stiftung vor der Herausforderung, das Ensemble so für die museale Nutzung auszurichten, dass das ganze Museumsdorf davon profitiert. Denn nur so ist der Niedergang des im Norden einmaligen Landschaftsmuseums aufzuhalten.

Für die vom Kuratorium beziehungsweise dem Kulturausschuss eingeleitete Kurskorrektur ist der Christesenhof, dessen Winkelscheune das Museum bereits nutzt, von entscheidender Bedeutung. Geplant ist, das bisherige Wohnhaus zur zentralen multifunktionalen Einheit des Museums umzubauen und zum Knotenpunkt für die kulturelle Bildung und den Kulturtourismus im ländlichen Raum aufzuwerten. Auch das Museum soll sich neu aufstellen, schließlich sind die Besucherzahlen in den vergangenen zehn Jahren von 17  000 auf nur noch 12  000 (2013) gesunken.

400  000 Euro sind im Haushalt 2015 der Kulturstiftung für den Erwerb der Immobilie eingeplant, eine Summe, die nach Worten von Matthias Schartl, Direktor der Kulturstiftung, ausreichend bemessen ist. „Da bleiben wir locker drunter“, sagt er nach erfolgreichen Verhandlungen, und zwar sowohl im Hinblick auf den Kauf als auch auf die Kaufnebenkosten – für Steuer und Notar. Allerdings ist es mit dem Kauf allein noch nicht getan. Das Gebäude muss saniert werden, nach Expertenschätzung für rund 360  000 Euro, so dass Schartl das Gesamtinvestment auf rund 700  000 Euro beziffert.

Bis vor kurzem schien das nicht unproblematisch zu werden. Denn noch im Oktober hatte Schartl bei der Vorstellung der Haushaltsplanung darauf hinweisen müssen, dass ab 2016 wohl deutlich weniger Geld von der Eon Hanse (heute: Hansewerk) ausgeschüttet werden würde als im vergangenen und in diesem Jahr. In beiden Jahren profitieren die Kulturstiftung und der Servicebetrieb des Kreises noch von einer Sonderausschüttung im Zusammenhang mit der Neuausrichtung des Versorgungsunternehmens zum reinen Netzbetreiber, die die Dividendeneinnahmen um rund 400  000 Euro auf jeweils 1,8 Millionen Euro pro Jahr aufpumpt. Für die Finanzplanung ab 2016 warnte Schartl vor deutlichen Defiziten.

Inzwischen habe sich die Lage aber entspannt, sagt er. Das Versorgungsunternehmen habe inzwischen neue Zahlen vorgelegt, „nach denen sich die Kulturstiftung über die Finanzen mittelfristig keine großen Sorgen machen muss“. Im Hinblick auf Unewatt gebe es zudem erste Signale, dass man mit einer hohen Förderquote rechnen könne. Die Höchstförderquote für Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes beläuft sich laut Schartl auf 75 Prozent.

Was die inhaltliche Ausrichtung Unewatts betrifft, hält sich Schartl zurück, denn sowohl die Leitung des Museums als auch sein eigener Posten werden im Laufe des Jahres neu vergeben. Die Nachfolge von Unewatt-Leiter Jochen Clausen wird Schartl am 27. Februar in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses bekannt geben, im Sommer endet dann sein eigener Vertrag, so dass auch die Kulturstiftung in neue Hände gegeben werden muss. Den neuen Kräften soll also nicht vorgegriffen werden. Eine Ausstellung allerdings ist bereits für die kommende Saison geplant – sie beschäftigt sich mit der zukünftigen Rolle des Christesenhofes

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