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Ratsversammlung in Schleswig : Landestheater: Der Tag der Entscheidung

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

„Es wird nicht einfacher“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Landestheater-GmbH, Jörn Klimant. Vor der Ratsentscheidung zum Schleswiger Theater-Neubau stellen die Stadt Flensburg und der Kreis Schleswig-Flensburg neue Bedingungen.

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erstellt am 27.Feb.2014 | 11:45 Uhr

Schleswig | Es soll zu einem lauten Schlagabtausch gekommen sein gestern Abend auf der Gesellschafterversammlung. Hinter verschlossenen Türen trafen sich in Rendsburg die Vertreter der 19 Kreise, Städte und Gemeinden, denen die Landestheater GmbH gemeinsam gehört. Am Ende vertagte man sich ohne Ergebnis. Eigentlich hätte bereits der Beschluss gefasst werden sollen, dass das Landestheater einen kleinen Teil des neuen Schleswiger Theaters auf dem Hesterberg auf eigene Kosten selber baut. Aber die Abgesandten der Stadt Flensburg hatten Bedenken. Sie waren einen Tag vorher – ebenfalls in einer nichtöffentlichen Sitzung – vom Hauptausschuss ihrer Ratsversammlung angewiesen worden, dem Bau nur dann zuzustimmen, wenn es eine Garantie gibt, dass die Kosten auf keinen Fall höher ausfallen als die vorgesehenen 1,5 Millionen Euro. Das Risiko für mögliche Kostensteigerungen solle entweder das Land Schleswig-Holstein übernehmen – oder „einer der Gesellschafter“, womit nach Lage der Dinge nur die Stadt Schleswig gemeint sein kann. Damit kommt das gesamte bisherige Finanzierungskonzept ins Wanken. Die Stadt Flensburg ist der größte Miteigentümer des Landestheaters. Ihre Vertreter haben ein entscheidendes Wort mitzureden.

Im Schleswiger Rathaus hatte man eigentlich auf ein klares Votum gehofft, um heute auf einer festen Grundlage abstimmen zu können. Die Ratsmitglieder treten um 17.30 Uhr im Ständesaal des Rathauses zusammen, um über den Neubau auf dem Hesterberg zu entscheiden. Diese Sitzung ist öffentlich. Es wird mit einem großen Andrang gerechnet.

Das Flensburger Störfeuer ist nicht das einzige. Auch die Mehrheit des Kreistages von Schleswig-Flensburg stelle gestern eine neue Bedingung für ihren Zuschuss: CDU, Grüne, FDP und die Wählergemeinschaften wollen die bereits zugesagte Million nur dann zahlen, wenn die Ratsversammlung „festgestellt, dass eine Sanierung des Theatergebäudes im Lollfuß nicht möglich oder nicht rentabel ist.“

Beim Jörn Klimant löst die derzeitige Situation eine gewisse Ratlosigkeit aus. „Ich bin vorsichtig geworden“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Landestheater GmbH, der im Hauptbereuf Landrat von Dithmarschen ist. „Es wird nicht einfacher.“

Sollte es in der Ratsversammlung keine Mehrheit für den Hesterberg geben, wäre das Thema aus Sicht einiger Gesellschafter offenbar ohnehin erledigt. Man bräuchte sich nicht mehr zu überlegen, wie man mit den Flensburger Bedenken umgeht. Anstatt abzuwarten, ob doch noch das alte Stadttheater im Lollfuß saniert wird, könnten die Planungen für ein Landestheater ohne Schleswig beginnen. Einflussreiche Kommunalpolitiker im südlichen Landesteil sprechen sogar davon, die Theater GmbH ganz zu verlassen – was auf eine Auflösung hinauslaufen könnte. Offen spricht darüber niemand. Auch der Flensburger Hauptausschuss hatte seinen Beschluss mit dem Bekenntnis „zum Fortbestand der Institution Landestheater“ versehen.

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