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Kabinettssitzung in Schleswig : Landeshauptstadt für einen Tag

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Regierungschef Torsten Albig und seine Minister tagten im Prinzenpalais – und gingen auf Besuchtstour in der Region.

von
erstellt am 12.Nov.2014 | 07:29 Uhr

Weniger Steuereinnahmen als erwartet, aber auch mehr Ausgaben insbesondere für die steigende Zahl von Flüchtlingen im Land. Das war das größte Thema, mit dem sich das Landeskabinett auf seiner gestrigen Sitzung beschäftigte. Alltag also, wäre nicht der Tagungsort ein anderer als üblich. Ministerpräsident Torsten Albig und seine Minister tagten im Prinzenpalais, dem repräsentativen Altbau des Schleswiger Landesarchivs im Friedrichsberg. „Solche auswärtigen Kabinettssitzungen helfen uns, das Land in der Fläche besser kennen zu lernen“, sagte Albig. So schwärmten die Kabinettsmitglieder anschließend aus zu Besichtigungsterminen in der gesamten Region. Albig selbst besuchte das Technologie-Unternehmen Kristronics in Harrislee.

Zuvor hatte Landrat Wolfgang Buschmann eine Viertelstunde Zeit, der versammelten Regierung die Sorgen des Kreises Schleswig-Flensburg vorzutragen. Am Rande ging es dabei auch um das umstrittene Finanzausgleichsgesetz, das dem Kreis weniger Steuereinnahmen bescheren wird. Allerdings stand Buschmann der Sinn nicht nach Streit. Dafür sei der Besuch des Kabinetts in Schleswig nicht der passende Rahmen gewesen. Zufrieden fasste er zusammen: „Man hat mir Gehör geschenkt, und vielleicht entspringen daraus ja auch Gedanken.“ Albig bezeichnete den finanziell klammen Kreis Schleswig-Flensburg als „den reichsten Kreis im Land, zumindest was die kulturellen Schätze angeht“.

Das war das Stichwort für die zuständige Ministerin Anke Spoorendonk, die vor der versammelte Landespresse einige Themen aus der Kabinettssitzung präsentierte, die ihre Heimatstadt Schleswig betrafen: Die Landesmuseen auf Schloss Gottorf werden ihre Sammlungen weiter auf Raubkunst aus der NS-Zeit untersuchen, kündigte sie an und berichtete, dass Textilarbeiten aus dem 17. Jahrhundert, die das Museum 1935 in Berlin erworben habe, bereits den Erben der rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben worden seien. Das zweite Schleswig-Thema betraf das Landesarchiv selbst, in dem die Sitzung stattfand. Hier soll nach neuen Wegen gesucht werden, Akten für die Nachwelt zu erhalten, die nur in digitaler Form vorliegen – möglicherweise in Zusammenarbeit mit den anderen norddeutschen Ländern.

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