Schlei-Hochwasser : Land unter

Der Seenotrettungskreuzer „Walter Merz“ auf der Fahrt Richtung östliche Freiheit.
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Der Seenotrettungskreuzer „Walter Merz“ auf der Fahrt Richtung östliche Freiheit.

Der starke Ostwind sorgt für Hochwasser in der Schlei – vor der Freiheit reißt sich das Wohnschiff „Aquarius“ los.

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17. März 2018, 00:47 Uhr

„So heftig“, sagte Hafenmeister Harald Eschen, „hatten wir das seit bestimmt sechs Jahren nicht mehr.“ Seit 5 Uhr morgens war er gestern mit seinen Kollegen im Einsatz, um den Stadthafen gegen das Hochwasser zu sichern, das der Ostwind mit aller Macht Richtung Schleswig trieb. Böen mit bis zu elf Windstärken pfiffen durch die Stadt. Gegen Mittag zeigte der Pegel 1,40 Meter über dem normalen Wasserstand an. Zur gleichen Zeit meldete Maasholm noch fast einen halben Meter mehr – und von dort aus wird der Wind auch morgen noch das Wasser Richtung Schleswig drücken.

Am „Kaphörnchen“ am Stadthafen waren die Betreiber deshalb fleißig dabei, ihr Café mit Sandsäcken zu sichern, während die Schlei an der Knud-Laward-Straße schon über die Ufer geschwappt war. Etwas weiter östlich, am Ufer der Freiheit, waren zeitgleich die Seenotretter von der „Walter Merz“ im Einsatz. Das Wohnschiff „Aquarius“, das in der Kleinen Breite ankert, hatte sich losgerissen und war am Ufer auf Grund gelaufen. Da das Schiff allerdings zu schwer war für den kleinen Rettungskreuzer, wurde Verstärkung von der DGzRS in Maasholm angefordert.

Land unter auch an den Königswiesen. Gleich am Morgen hatte Lars Werner, der Vorsitzende des Kanu-Clubs, einige Vereinsmitglieder zusammengetrommelt, um die Halle zu sichern. In Neoprenanzügen stiefelten sich durchs knietiefe Wasser. Der Steg des Domschul-Ruderclubs hatte sich da bereits aus der Verankerung gelöst, die Sportanlagen der Schule waren allesamt überflutet. „Wir kommen gar nicht erst in unsere Halle. Das Wasser steht zu hoch“, erzählte auch Jürgen Hoefer vom Schlei-Segelclub (SSC). Und nebenan im Hotel „Strandhalle“ liefen die Pumpen im Keller auf Hochtouren, „allerdings bringt das kaum etwas. Das ist einfach zu viel Wasser“, wie Nicole Patzig von der Betreiber-Familie erzählte – und zeigte.

Die Stadt sperrte den Strandweg ab Strandhalle – ebenso wie den Holmer Noorweg (von der Freiheit Richtung Ilensee).

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