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Theater in Schleswig : Land gibt mehr Geld für den Neubau

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mehr als eine Million Euro möchte das Land in ein neues Landestheater in Schleswig investieren. Die Entscheidung der Ratsversammlung wird am Donnerstag erwartet.

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erstellt am 18.Feb.2014 | 07:43 Uhr

Schleswig | Holger Ley, Jürgen Wenzel und Ingo Harder waren bester Laune, als sie gestern am frühen Nachmittag vor dem Kieler Justiz- und Kulturministerium standen. Das lag nicht nur an der strahlenden Frühlingssonne über dem Kleinen Kiel, dem großen Teich im Zentrum der Landeshauptstadt. Die drei Ratsherren, die dem Theaterneubau auf dem Hesterberg bislang skeptisch gegenüber stehen, sprachen von „guten Nachrichten“, die Ministerin Anke Spoorendonk (SSW) ihnen soeben übermittelt habe.

Seit gestern ist es deutlich wahrscheinlicher, dass die Ratsversammlung am Donnerstag kommender Woche für den Neubau stimmen wird. Denn das Land hat den Geldbeutel weit geöffnet. Als Ley (CDU), Wenzel (FDP) und Harder (BfB) schon wieder auf der Autobahn nach Schleswig waren, gab Spoorendonk in ihrem Ministerium gemeinsam mit Schleswigs Bürgermeister Arthur Christiansen eine Pressekonferenz. Die Kernbotschaft: Das Land Schleswig-Holstein stellt der Stadt Schleswig bis zu einer Million Euro mehr für ihren Theaterneubau zur Verfügung. Weitere 600.000 Euro kommen aus dem Kommunalen Investitionsfonds. Das Landeskabinett hat diese Zuschüsse in seiner Sitzung am Dienstagmittag abgesegnet. Das letzte Wort wird der Landtag haben. „Das gibt uns zusätzliche Sicherheit“, sagte CDU-Fraktionschef Holger Ley. Ob die Christdemokraten im Rat nun – anders als noch im Dezember – für das Vorhaben stimmen werden, ist noch offen, scheint aber möglich. Zu ihrer öffentlichen Mitgliederversammlung an diesem Donnerstag, 20. Februar, um 19.30 Uhr im „Hohenzollern“ hat die CDU den Bürgermeister eingeladen, damit er die neue Sachlage vorstellt.

Die zusätzlichen 1,6 Millionen aus Kiel sollen ein Risiko absichern, das in der Theater-Diskussion bisher eher eine Nebenrolle gespielt hat: Es könnte sein, dass das Finanzamt der Stadt einen Strich durch die Rechnung macht und der Bau deutlich mehr kostet als die geplanten 14,1 Millionen Euro. Fünf Millionen Euro davon muss die Stadt aus eigenen Mitteln aufbringen. Bisher hofft man im Rathaus, dass die Stadt für ihr Bauvorhaben von der Mehrwertsteuer befreit wird. Die Chancen, dass das gelingt, beurteilt der neue Bürgermeister offenbar schlechter als sein Amtsvorgänger Thorsten Dahl.

„Im Nachhinein bin ich froh, dass die Ratsversammlung den Neubau im Dezember noch nicht beschlossen hat und wir jetzt noch einmal mit dem Ministerium über die Mehrwertsteuer reden konnten“, sagte Christiansen. „Sonst wäre uns die Sache vielleicht in ein paar Monaten auf die Füße gefallen.“

Das zusätzliche Geld gibt es übrigens nur dann, wenn die Steuer tatsächlich fällig wird – und zwar im Jahr 2017, wenn das Theater fertig sein soll. Und wenn die Stadt Mehrwertsteuer zahlen muss, würde knapp die Hälfte davon ohnehin wieder in den Landeshaushalt fließen.

Über das Thema, das viele Schleswiger Bürger am meisten bewegt, wurde gestern im Ministerium so gut wie gar nicht gesprochen: über den Standort. CDU und Grüne plädieren weiterhin für ein Bühnenhaus am Lollfuß. „Der Lollfuß ist tot“, sagte Christiansen dazu. Der Dithmarscher Landrat Jörn Klimant, Aufsichtsratsvorsitzender der Landestheater GmbH, verwies darauf, dass die bisherigen Zuschüsse zweckgebunden für den Hesterberg bewilligt seien und warnte: „Das ganze Konstrukt Theaterneubau ist wie ein Turm aus Konservendosen. Wenn man eine Dose herauslöst, kann der ganze Turm einstürzen.“ 

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