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Rückzug von der Möweninsel : Lachmöwen haben nicht mehr genug zu fressen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Experte berichtet bei der der Schleswiger Nabu-Gruppe über landesweite Entwicklung bei den Möwenpopulationen.

Die Herausforderung, „vor lokalen Experten zu sprechen“, meisterte Wilfried Knief trotz anfänglicher technischer Probleme mit Bravour. Der stellvertretende Vorsitzende der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft für Schleswig-Holstein und Hamburg referierte auf der Jahresversammlung der Schleswiger Nabu-Gruppe über den Rückzug der Lachmöwen von der Möweninsel.

Vor gut 45 Zuhörern zeichnete er nach, wie die seit 1739 nachgewiesene Brutkolonie mit tausenden Lachmöwen 2007 von dem Eiland verschwand. Stattdessen brüteten dort heute vorwiegend Silbermöwen und 60 Paare der Heringsmöwe. Während aus dem regen Publikum die Vermutung geäußert wurde, die größere Silbermöwe hätte die Lachmöwe seit den 1970er Jahren verdrängt, vermutet Wilfried Knief einen Verlust an Nahrungsquellen als Ursache. Dies hänge mit dem Schließen von Mülldeponien zusammen. Zudem könnten Möwen auf Ackerflächen kaum noch Nahrung suchen – der dichte Bewuchs lasse dies nicht zu. Andere Arten wie die Heringsmöwe legten weitere Strecken bei der Nahrungssuche zurück und hätten das Problem nicht. Zudem gehe die Zahl der Lachmöwen im gesamten schleswig-holsteinischen Binnenland zurück: Die Zahl der Brutpaare sank von 16  000 1960 auf nun 2000. „Auch dort, wo es keine Silbermöwen gibt. Der Schlüssel ist die Landwirtschaft – die wird sich aber nicht ändern für die Möwen.“

Nach dem Vortrag berichtete der Vorsitzende Hans-Jürgen Boeck, der einstimmig in seinem Amt bestätigt wurde, dass sich die Naturschutzgebiete gut entwickelt hätten. Mit Sorge betrachte man die hohe Dichte an Biogasanlagen im Kreis, die sich auf die Landwirtschaft und damit die Tierwelt auswirke. So verzeichne man einen Rückgang an Bussarden um 30 Prozent „Sie kommen nicht mehr an ihre Nahrung“, so Boeck.

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