Matt-Stuart-Ausstellung : Kuriositäten aus dem Großstadtleben

Fotografenglück: Diese Taube flanierte so lange auf dem Bordstein hin und her, bis die Anzugträgerbeine im Hintergrund die Szene perfekt machten. Fotos: Matt Stuart (3)
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Fotografenglück: Diese Taube flanierte so lange auf dem Bordstein hin und her, bis die Anzugträgerbeine im Hintergrund die Szene perfekt machten. Fotos: Matt Stuart (3)

Im Schleswiger Stadtmuseum sind Arbeiten des Londoner Straßenfotografen Matt Stuart zu sehen.

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15. Juni 2018, 07:22 Uhr

Nichts anfassen, nichts arrangieren – einfach durch die Straßen von London streifen und auf den richtigen Augenblick warten. Das ist über Jahre der Arbeitsalltag von Matt Stuart gewesen. Der heute 44 Jahre alte Fotograf hat es damit weit gebracht. Die legendäre Fotoagentur Magnum hat ihn als Kandidaten für eine Mitgliedschaft aufgenommen. Sein Bildband „All that life can afford“ fand reißenden Absatz. In Schleswig werden jetzt die letzten 30 Exemplare der zweiten Auflage verkauft. Denn im hiesigen Stadtmuseum zeigt Matt Stuart erstmals eine große Auswahl seiner Straßen-Aufnahmen in einer umfassenden Werkschau.

Gestern Abend wurde die Ausstellung in Anwesenheit des Künstlers eröffnet. Heute ab 20 Uhr besteht noch einmal die Möglichkeit, ihn live zu erleben. Dann präsentiert er seine Arbeiten im Rahmen eines Vortrags in der A.P.-Møller-Schule auf der Freiheit. Es gibt noch Karten an der Abendkasse.

Stuart wird dann – auf Englisch – viel von seiner Arbeitsweise berichten und auch auf Details auf seinen Bildern hinweisen, die man auf den ersten Blick übersehen kann. Dann und wann gibt er sogar zu, dass er selbst ein besonders interessantes Details erst entdeckt hat, als er sich das Bild auf dem entwickelten Negativ angesehen hat. Stuart fotografiert nur selten digital. Zum einen, sagt er, weil seine großen Vorbilder wie Henri Cartier-Bresson es auch nicht taten, zum anderen, weil er den Moment so liebt, wenn er die fertigen Bilder aus dem Labor holt. „Das ist wie Weihnachten.“ Erst recht, wenn ausnahmsweise einmal ein Foto dabei ist, das ihn wirklich zufrieden stellt. Denn das ist selten. Die meisten seiner Arbeitstage enden ohne besonderen Erfolg, gibt er zu.

Matt Stuart berichtet lebhaft von seinem Alltag als Straßenfotograf in seiner Londoner Heimat.
Foto: oje
Matt Stuart berichtet lebhaft von seinem Alltag als Straßenfotograf in seiner Londoner Heimat.
 

Die Ausstellung im Stadtmuseum ist bis zum 16. September täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Danach wandert sie weiter zum Kooperationspartner des Stadtmuseums, der städtischen Galerie im nordrhein-westfälischen Iserlohn.

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