Galerie auf der Schlei : Kunst auf Pfählen

Kreative aus der Lornsenschule: (von li.) Ole Hosch, Lina Mohamad, Isabelle Mohamad und Rieke Schäffner.
Kreative aus der Lornsenschule: (von li.) Ole Hosch, Lina Mohamad, Isabelle Mohamad und Rieke Schäffner.

Vier Schulen beteiligen sich in diesem Sommer an der Galerie auf der Schlei vor der Uferpromenade in Schleswig.

shz.de von
04. Juni 2018, 07:56 Uhr

Das Thermometer zeigte 28 Grad an. Kunstlehrer Holger Sagunski hatte einige Mühe, die rund 150 Besucher aus dem Schatten der in der nähe wachsenden Bäume hervorzulocken und sich auf der Schleiuferpromenade zu versammeln.

In der Mittagshitze wurde am Sonnabend die Galerie auf der Schlei eröffnet. Lornsenschule, Dannewerkschule, Gallbergschule und das Landesförderzentrum Hören und Sprache beteiligen sich in diesem Jahr an dem Projekt. Neben Freunden, Familie und Lehrerschaft hatten auch einige Spaziergänger sich interessiert dem Schauspiel genähert. Kajakfahrer umkreisten die Kunstwerke auf der Schlei.

Bis mindestens Mitte September sollen die Werke der Schüler nun von Land und von Wasser aus zu betrachten sein. „Wenn bis dahin kein Tornado oder ähnliches kommt, dann werden die Kunstwerke bis dahin stehen bleiben“, versicherte Sagunski. Die Chancen, dass diesmal alles gut geht, sollen besser stehen als in der Vergangenheit. Denn anstatt die Werke nur mit Tauen zu verankern, stehen viele von ihnen diesmal auf festem Pfählen.

Eine weitere Neuheit in diesem Jahr: In den kommenden Tagen wird an der Promenade ein Schild aufgestellt, das die Galerie erklärt und auf dem auch ein QR-Code abgebildet ist. Wer ihn mit dem Handy einscannt, kann darüber auf die Webseite der Stadt Schleswig gelangen. Dort finden sich nähere Informationen zu den einzelnen Installationen, und es wird auch möglich sein, Kommentare für die Schüler dort zu hinterlassen.

Da geht es dann zum Beispiel um bunte Holzfiguren aus der Dannewerkschule. „Wir hatten uns im Religionsunterricht mit Homosexualität und verschiedenen Partnerschaftsformen auseinandergesetzt“, erklärte Schülerin Marie Randow. Da Homosexuelle nun heiraten können, wollten sie und elf Mitschülerinnen deren Lebensmodell nun mitten in der Gesellschaft darstellen.

Ole Hosch, Schüler der Lornsenschule, hatte in einer Vierergruppe an einer Installation aus Fahrrädern gearbeitet und war dafür sogar baden gegangen, um das Werk in die Schlei zu setzen. „Herr Sagunski ist dem Baden effektiv aus dem Weg gegangen und zog es vor, gute Ratschläge vom trockenen Ufer aus zu geben“, verpetzte Ole seinen wasserscheuen Lehrer, der seit Jahren die Galerie auf der Schlei federführend betreut.

„Das Steuerrad und der Stern bewegen sich im Wind“, sagte Rieke Schäffner über die verschiedenen Fahrräder. Andere Gruppen der Lornsenschule hatten sich in ihren schwimmenden Kunstwerken mit Plastik in den Weltmeeren auseinandergesetzt. Dass die Thematik mittlerweile auch den Plastikskandal in der Schlei aufgreift, hatten die Lornsenschüler nicht vorhergesehen, als sie vor einem Dreivierteljahr mit den Skizzen begonnen hatten.


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