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Auf der Freiheit : Kulturzentrum sucht eine neue Bleibe

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Pachtvertrag des FKKZ auf der Freiheit mit Team Vivendi läuft im kommenden Jahr aus – Verlängerung ungewiss.

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 07:45 Uhr

August 2016 – dieses Datum spukt schon lange im Kopf von Jan-Friedrich Dünne, dem Geschäftsführer des Freien Kultur- und Kommunikationszentrums (FKKZ) auf der Freiheit, herum. Es ist der Zeitpunkt, zu dem der langfristige Pachtvertrag mit dem Team Vivendi ausläuft. In fünf Gebäuden am nordöstlichen Ende des früheren Kasernengeländes ist in den vergangenen sechs Jahren ein Treffpunkt enstanden für Musiker, Künstler und viele andere Kreative. Das einstige Bundeswehrgelände hat sich an dieser Stelle zu einem der buntesten Orte in der Stadt entwickelt. Zu den Punkrock-Konzerten, die hier stattfinden, kommen Fans aus ganz Schleswig-Holstein und darüber hinaus. Von Anfang an war klar, dass die Kasernenblocks nur eine Heimat auf Zeit sein würden. Eine Zwischennutzung, denn der neue Stadtteil auf der Freiheit soll weiter wachsen.

„Langsam müssen wir uns nach Alternativen umsehen“, sagt Dünne. Gemeinsam mit Arne Olaf Jöhnk, dem Vorsitzenden des Trägervereins „Kulturnetz Schleswig“ hat er damit längst begonnen. Dabei ist ihnen klar: Räume wie die, über die sie jetzt verfügen, werden sie in der Stadt kaum ein zweites Mal finden. Für die zahlreichen Musiker, die derzeit im FKKZ Probenräume und ein eigenes Tonstudio haben, würde es vielleicht auch ein altes Gehöft irgendwo auf dem Lande tun, meint Dünne. „Die meisten von ihnen kommen sowieso mit dem Auto, da brauchen wir nicht unbedingt ein Haus in der Stadt.“ Anders sieht es aus mit dem Café und und dem Konzertsaal, dem eigentlichen Herzstück des FKKZ. „Da wäre es ideal, wenn wir ein Gebäude direkt in der Stadt finden würden“, sagt Dünne. Einen Treffpunkt, wie es ihn in Husum zum Beispiel mit dem Speicher am Hafen gibt. Jöhnk durchforstet regelmäßig die Immobilienangebote aus Schleswig. Noch hat er nichts Passendes entdeckt.

Viel Miete könnte das FKKZ nicht zahlen. „In anderen Städten werden Einrichtungen wie unsere von der Kommune gefördert“, sagt Jöhnk, der für die Freien Wähler selbst in der Ratsversammlung sitzt. Die Stadt Schleswig zahlt lediglich einen eher symbolischen Beitrag von 500 Euro im Jahr. Eine Anschubfinanzierung des Bundesbauministeriums über 120  000 Euro ist vor zwei Jahren ausgelaufen. Seither muss das FKKZ seinen Jahresetat von rund 250  000 Euro fast vollständig selber erwirtschaften. Das geschieht überwiegend durch Mieteinnahmen von den Nutzern der insgesamt 4000 Quadratmeter Gebäudefläche.

Auf Seiten von Team Vivendi weist man darauf hin, dass man das FKKZ über die Jahre stets unterstützt habe, indem die Gebäude kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. „Allen Beteiligten war von Anfang an klar, dass die Nutzung der Häuser eine Interimslösung darstellt. Ob und wie man nach 2016 kooperieren kann, hängt von der weiteren Entwicklung des östlichen Teils der Freiheit ab.“

Könnte das FKKZ über das kommende Jahr hinaus auf der Freiheit bleiben, wäre das für Dünne und Jöhnk zunächst einmal eine gute Nachricht. Allerdings hätte es auch einen Haken, meinen sie: Ein neuer Pachtvertrag würde wohl kaum noch einmal so langfristig laufen wie der alte. „Wenn wir uns um Fördermittel beim Bund oder beim Land bewerben, brauchen wir aber Planungssicherheit auf Jahre hinaus“, sagt Jöhnk.

 

 

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