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Neue Veranstaltungsreihe : „Kulturgeschenk“ für den Friedrichsberg

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Cellist Stephan Breith möchte eine neue Veranstaltungsreihe im Süden der Stadt etablieren. Start ist Sonntag.

von
erstellt am 24.Jun.2017 | 10:30 Uhr

Der Liebe wegen ist Stephan Breith vor zwei Jahren nach Schleswig gezogen. Und längst hat er sich auch in die Stadt verliebt. „Ich finde es großartig hier. Schleswig ist fantastisch“, schwärmt er. Vielleicht auch deshalb möchte der 66-Jährige seiner neuen Heimat jetzt etwas zurückgeben. „Friedrichsberger Dialog“ heißt die Reihe, die der gebürtige Kölner ins Leben gerufen hat und am Sonntag um 16.30 Uhr ihren Auftakt in der Dreifaltigkeitskirche feiert. Bis Ende des Jahres folgen fünf weitere Veranstaltungen – sonntags am selben Ort zur selben Uhrzeit.

Was sich dahinter verbirgt? Im Mittelpunkt steht zunächst jeweils ein musikalisches Programm. Denn: Breith ist Berufsmusiker, war von 1977 bis 2015 erster Solo-Cellist des Hessischen Staatsorchester und gehörte parallel dazu 18 Jahre dem Orchester der Bayreuther Festspiele an. „Aber allein bei der Musik soll es nicht bleiben, es soll tatsächlich – wie der Titel schon sagt – einen Dialog geben“, sagt Breith. Und zwar mit den Friedrichsbergern über den Friedrichsberg. Deshalb hat er für jeden Abend jemanden eingeladen, der in dem Stadtteil lebt oder eine ganz besondere Beziehung zu ihm hat. Architektin Heda Silbernagel ist dabei, ebenso wie Altbürgermeister Klaus Nielsky, halb Holmer, halb Friedrichsberger, oder Gunnar Motullo, der viele Jahre die Bugenhagenschule geleitet hat. „Sie sollen während der Veranstaltungen ihre Gedanken oder ihre Vision zu diesem Stadtteil vorstellen“, sagt Breith, der schon weiter plant als für dieses Jahr. „Ich denke in sehr weiten Zeiträumen. Diese Veranstaltung soll ein dauerhafter Fixpunkt im Leben des Friedrichsbergs werden, auch wenn ich einmal nicht mehr da sein sollte.“

Dass das klappen könnte, weiß Breith aus eigener Erfahrung. Denn er hat in den vergangenen Jahrzehnten bereits ähnliche Projekte in Hessen ins Leben gerufen. Dabei gehe es ihm stets darum, etwas für die Menschen und insbesondere für die Kinder vor Ort zu machen. Und deshalb hat er sich in Schleswig für den Friedrichsberg entschieden. „Das ist ein bunter Stadtteil, das gefällt mir.“

Unterstützung bekommt er bei seinem Projekt vom Rotary-Club Schleswig/Gottorf, dem er seit einem Jahr angehört. Zur Vorstellung damals hat Breith sein 1845 in Frankreich gebautes Cello mitgebracht „und uns mit einer Kostprobe gleich von den Socken gehauen“, wie der Präsident des Service-Clubs, Frank Zarp, sagt. „Da habe ich gleich gedacht, dass man dieses Talent gewinnbringend für den guten Zweck einsetzen kann.“

Herausgekommen ist nun also der „Friedrichsberger Dialog“, zu dem neben Breith immer wieder auch Gastmusiker ohne Gage auftreten werden. Reise- und Hotelkosten hingegen übernimmt der Rotary-Club. Die Veranstaltungen kosten für die Besucher keinen Eintritt, dafür aber werden Spenden für die Arbeit der Kirchengemeinde im Friedrichsberg gesammelt. Pastor Norbert Wilckens empfing Breith und die Rotarier entsprechend mit offenen Armen und spricht nun von einem „Kulturgeschenk, das hoffentlich viele Menschen aus dem Stadtteil annehmen werden – und zwar generationenübergreifend.“

Die Friedrichsberger Schüler indes sind bereits in das Projekt involviert. Denn vor jedem „Dialog“ besucht Breith die Bugenhagen- und die Dannewerkschule, um den Kindern und Jugendlichen Teile seines Programms sowie das Cellospiel zu präsentieren. So auch in dieser Woche. „Das ist für uns eine ganz tolle Sache“, so Andrea Schönberg, Leiterin der Dannewerkschule. Auch ihre Schüler waren sichtlich beeindruckt von ihrem Besucher und dessen Instrument.

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