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Aktion „Bruderhahn : Küken vor dem Schredder retten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bio-Landwirt aus Rüde unterstützt Kampage zur Rettung von Hähnen.

Fröhlich gackern die Hühner auf Hof Ankersolt in Rüde. In wenigen Minuten werden die Klappen aufgehen und die Hühner ins Freie schlüpfen. Einige wenige Hähne stapfen majestätisch durch ihren Harem. Selbst wenn Menschen in den Stall kommen, gibt es keine Panik und kein aufgeregtes Geflatter. So stellt sich der Laie glückliche Hühner vor.

Was auf dem Demeter Hof Ankersolt so harmonisch abläuft, spiegelt nicht die übliche Hühnerwelt wieder. Im Gegenteil: Es prägen noch immer enge Stallhaltungen die Eierszene. Was Landwirte wie Christian Petersen besonders umtreibt, ist das Töten der männlichen Küken. Die männliche Hälfte der geschlüpften Küken wird in den Brütereien sofort vergast oder geschreddert. „Nutzloses Töten“ sei das, sagt der Öko-Landwirt aus Rüde, „das hat mit Ethik nichts zu tun.“ Auch im Geflügelmarkt werde alles den ökonomischen Erfordernissen untergeordnet. Das Huhn sei zur Turbo-Henne gezüchtet worden, die Eier-Produktion fast verdoppelt – die Ei-Produktion pro Huhn so von einst 180 auf 300 Stück im Jahr gesteigert. Hähne legen keine Eier und ihre Mast dauert mit rund 140 Tagen zu lange. Deshalb werden sie aussortiert.

Die Politik sucht jetzt fast schon verzweifelt nach Lösungsmöglichkeiten, um das ethisch bedenkliche Töten der „Bruderküken“, den männlichen Küken der Legehennen, zu verhindern. Einige Öko-Landwirte wollen nicht darauf warten. Sie haben die Initiative „Bruderhahn“ gegründet. Damit wollen sie die Züchtung eines „anderen Huhns“ unterstützen, das unter wirtschaftlichen Bedingungen eine Ausgewogenheit der Legeleistung und der Mast aufzeigt. Bis es soweit ist, wird jedoch noch viel Zeit vergehen.

Als Übergangslösung werden die Verbraucher aufgerufen, vier Cent pro Ei mehr zu bezahlen. Von diesem Geld werden die Öko-Betriebe gefördert, die Hähne nach ökologischem Standard mästen. Um deren wirtschaftliche Nachteile zu mindern, wird ihre Mast mit drei Cent je verkauftem Ei unterstützt. Mit 250 verkauften Eiern kann ein „Bruderhahn“ gemästet werden.

Ein Cent wird für die Förderung der Zucht genutzt. Dafür werden rund zehn Millionen Euro benötigt. „Eine große Herausforderung“, gibt Petersen zu. Die „Bruderhahn“-Eier sind an einem Etikett mit krähendem Hahn auf dem Karton zu erkennen.

Erste Erfolge zeichnen sich bereits ab. Vor zwei Jahren wurde die Aktion ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr konnten dadurch bereits 35  000 männliche Küken vor dem Schredder gerettet werden. Christian Petersen ist überzeugt, dass viele Verbraucher diese Aktion unterstützen werden.

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