zur Navigation springen

Neubau statt Sanierung? : Kropps Rathaus droht der Abriss

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein Architekt soll die Kosten für einen Neubau ermitteln. Die Entscheidung fällt in der Dezember-Sitzung der Gemeindevertretung.

von
erstellt am 09.Okt.2015 | 07:00 Uhr

Die zahlreichen Schwächen des Kropper Rathauses wurden schon zu Beginn des Jahres in der Öffentlichkeit schonungslos angesprochen: Feuchter Keller, nicht barrierefrei, unzureichende energetische Dämmung, Schwächen in Sachen Brandschutz, zu wenig Platz und eine düstere Atmosphäre. Kein Wunder, dass die Gemeindevertreter das Verwaltungsgebäude beim Blick auf diese Liste der Unzulänglichkeiten nach der Schule an die zweite Stelle der vielen sanierungsbedürftigen Gebäude setzten – auch auch schon früh von Abriss und Neubau sprachen. Jetzt ist diese Überlegung konkret geworden. „Es deutet alles darauf hin, dass es die vernünftigste Lösung ist, das Rathaus abzureißen und an der selben Stelle neu zu bauen“, bestätigt Bürgermeister Stefan Ploog auf Nachfrage.

Grundlage dieser Einschätzung ist eine Analyse, die die Gemeindevertretung im Frühjahr in Auftrag gegeben hatte. Das Ergebnis fiel verheerend aus. „Manchmal scheint es wirklich so zu sein, dass ein Neubau günstiger wird als eine Sanierung“, erklärt Ploog. Eine endgültige Entscheidung wurde allerdings noch nicht getroffen. Aber die Tatsache, dass ein Architekt den Auftrag erhielt, die genauen Kosten für Abriss und Neubau zu ermitteln, spricht eine deutliche Sprache.

Die bisherige, grobe Schätzung liegt bei rund 2,5 Millionen Euro. „Plus X“, wie der Bürgermeister ergänzt, schließlich sei nicht ausgeschlossen, dass im neuen Verwaltungsgebäude auch einige neue Einrichtungsgegenstände gebraucht und so weitere Finanzmittel benötigt werden.

Politik und Verwaltung versprechen sich von einem neuen Rathaus genügend Platz für die 43 Mitarbeiter, Energieeinsparungen, einen barrierefreien Zugang für die Bürger und nicht zuletzt einen offenen, hellen Eingangsbereich, der Besucher nicht vor dem Behördengang abschreckt. Der jetzige Zustand erinnert Ploog offenbar eher an eine Kaserne. „Wer zu uns kommt, soll künftig nicht mehr den Eindruck haben, er müsse sich beim Unteroffizier vom Dienst anmelden.“

Der Zeitplan ist für ein Vorhaben dieser Größenordnung eng gestrickt: „Der Architekt wird jetzt mit Hochdruck nach unseren Vorgaben eine genauere Kostenrechnung erstellen“, erklärt Ploog. Diese soll in der letzten Gemeindevertretung des Jahres im Dezember Grundlage einer endgültigen Entscheidung darüber sein, ob das Rathaus neu gebaut wird. Nach dem bisherigen Stand der Diskussion allerdings, scheint das eine Formsache zu sein.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen