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Regionale Messe : Kropper Info-Schau steht auf dem Prüfstand

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Handel-, Handwerk- und Gewerbeverein Kropp warnt: Die Kropper Informations-Schau steht vor dem Aus, wenn sich nicht mehr Firmen beteiligen.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2016 | 15:59 Uhr

Zwar steht die nächste Kropper Info-Schau (KIS) erst 2017 im Terminkalender, trotzdem war sie das zentrale Thema der Jahresversammlung vom Handel-, Handwerk- und Gewerbeverein (HHG), zu der sich knapp 20 der 126 Mitglieder im Gasthaus Bandholz trafen. Denn die Zukunft der Verbrauchermesse, die alle zwei Jahre stattfindet, ist ungewiss. Die letzte KIS sei laut dem ersten Vorsitzenden Carsten Saß „so lala“ gewesen. Das Wetter war bescheiden, die Besucherzahl deutlich schlechter als sonst. „Wenn die Gemeinde uns nicht unterstützt hätte, wären wir finanziell mit einem blauen Auge rausgegangen“, betonte er. Veranstalter der Messe ist die Regionalmarketing Kropp-Stapelholm GmbH, in dem der HHG ebenso ein Gesellschafter ist wie die Gemeinde Kropp.

Ein Problem ist hausgemacht: Die relativ schwache Beteiligung aus den eigenen Reihen. „Bei den ersten Messen waren bis zu 70 Prozent der Aussteller HHG-Mitglieder, bei der letzten gerade mal 25 Prozent“, kritisierte Saß. Dem stünden laut Kassenwart Adolf Deeke Kosten von 80  000 Euro gegenüber. Daher fragte Carsten Saß die Runde: „Ist die KIS noch das, was wir unter Wirtschaftsförderung unserer Mitglieder verstehen?“

Doch es gab auch positive Zahlen. Bei einer Umfrage, an der sich letztes Jahr 56 Aussteller beteiligten, bewerteten 90 Prozent die Messe mit der Schulnote eins oder zwei und die meisten würden erneut teilnehmen. „Eigentlich haben wir alles richtig gemacht“, so Saß.

Doch viele Besucher wünschten sich, dass mehr Kropper Unternehmen und Handwerker vertreten seien. Daher hofft er, „dass unsere Mitglieder erkennen, wie wichtig die Messe ist und sich beteiligen“. Darauf setzt auch Bürgermeister Stefan Ploog: „Der Mehrwert, den die Unternehmen aus der Messe ziehen, muss doch so groß sein, dass sie selbst etwas dafür tun.“ Gleichzeitig versicherte er dem HHG: „Die Gemeinde steht Ihnen und der Messe zur Seite.“
Um die KIS zu retten und attraktiver zu machen, sucht man zudem den Schulterschluss mit dem Stapelholmer Raum. „Das Interesse ist da“, freute sich Saß. Für Kompromisse sei man bereit: „Wir hängen weder am Namen noch am Veranstaltungsort.“ Bevor über das Schicksal der Kropper Info-Schau entschieden wird, sollen nun alle Mitglieder und möglichst auch Stapelholmer Unternehmen per Fragebogen ihre Meinung abgeben.

Zuvor hatte Bürgermeister Stefan Ploog die Stärke und Bedeutung der örtlichen Wirtschaft betont: 2005 gab es in Kropp 1900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – 2015 waren es 500 mehr. Zudem pendeln täglich 1621 Arbeitnehmer in die Gemeinde hinein und nur 1306 heraus. „Die Wirtschaftskraft bleibt in Kropp“, urteilte er.

Kassenwart Adolf Deeke machte mit Zahlen weiter: 2015 sei man sparsam gewesen, sollte nun aber in die Überarbeitung von Internetauftritt und Werbetafeln investieren. Ein „sehr schwieriges Thema“ seien die Gema-Gebühren für die Mondscheinnacht vom 2. bis 4. September. Carsten Saß hofft, dass sich 40 Vereine und Institutionen am Festumzug beteiligen werden. Derzeit sei bei den Anmeldungen „noch Luft nach oben“. Am 17. November ist das Herbstgespräch mit Fernseh-Meteorologe Meeno Schrader im Autohaus Thomsen geplant. Der Weihnachtsmarkt findet wieder auf dem Alten Viehmarkt statt.

Bei den Wahlen wurden die Beisitzer Kay Gellert und Ingo Paulsen in ihren Ämtern bestätigt. In den Ausschuss wiedergewählt wurden Bernd Kern, Michael Thome, Karsten Petersen, Matthias Schäfer und Meike Bahrenfuß, neues Mitglied wurde Ralf Dohrn. Nächstes Jahr steht der erste Vorsitzende zur Wahl. „Dann habe ich 20 Jahre Vorstandsarbeit hinter mir“, erklärte Carsten Saß. Er wolle gar nicht sagen, dass 2017 definitiv Schluss sei, „aber wenn es jemanden gibt, der sagt, ich kann es besser, stehe ich ihm nicht im Weg“.

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