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Neuahrsempfang : Kropp dreht an der Steuerschraube

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Vor 130 Gästen im Haus Kana ging Bürgermeister Stefan Ploog auf die finanzielle Situation seiner Gemeinde ein

Die Gemeinde Kropp erhöht ihre Steuern – das hat Bürgermeister Stefan Ploog jetzt beim Neujahrsempfang im Haus Kana mitgeteilt. Nach der Anhebung der Abwassergebühren durch die Einführung eines Grundbetrages (wir berichteten) ist das die zweite Geldquelle, mit der die Gemeinde den finanziellen Druck von den öffentlichen Kassen nehmen will. Die Gemeindevertreter hatten sich zu dem Schritt durchgerungen, weil Kropp künftig Kredite aufnehmen muss, um der maroden Infrastruktur Herr zu werden.

In ihrer letzten Sitzung vor dem Jahreswechsel hatte die Gemeindevertretung mehrheitlich beschlossen, die Hebesätze für die gemeindlichen Steuern anzuheben. Dies bedeutet für die Grundsteuern A und B eine Anhebung von 320 Prozent auf 390 Prozent und für die Gewerbesteuer von 340 Prozent auf 380 Prozent. Für die meisten Grundeigentümer bedeutet dies eine Erhöhung um rund drei bis 15 Euro pro Monat. Durch die Anpassung der Realsteuern soll zumindest teilweise der finanzielle Druck vermindert werden.

Bürgervorsteher Klaus Lorenzen begrüßte zum Neujahrsempfang etwa 130 Gäste aus Politik, Wirtschaft, der Bundeswehr und der Vereine und Verbände. So hat neben dem Kreispräsidenten Ulrich Brüggemeier auch die Landtagsabgeordnete Birte Pauls den Weg nach Kropp gefunden. Auch aus der Partnergemeinde Orzysz war eine vierköpfige Delegation angereist.

Bürgermeister Stefan Ploog zog in seiner Ansprache ein Resümee seines ersten Dienstjahres und ging detailliert auf den Zustand und die Entwicklung der Gemeindeimmobilien ein. So werde der Rosengarten in absehbarer Zeit abgerissen. Auf dem Gelände am Rheider Weg sollen sowohl frei finanzierte als auch öffentlich geförderte Wohnungen gebaut werden. Für das Rettungszentrum und für das Rathaus gelte, dass der vorhandene Raum den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen sei. Kropp ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen. Deshalb müsse die Rettungswache erweitert werden. Das Rathaus sei Ende der 1960er-Jahre für acht Gemeinden mit etwa 9000 Einwohnern konzipiert worden. Heute sei es Verwaltungssitz für 15 Gemeinden mit mehr als 16  500 Einwohnern. Hinzu komme der „Zahn der Zeit“, der zu erheblichen baulichen Mängeln geführt habe. Über einen Neubau ist jedoch noch keine Entscheidung gefallen.

Zudem sprach Ploog das Flüchtlingsthema an. Das Amt Kropp-Stapelholm hat im vergangenen Jahr etwa 170 Flüchtlinge, vornehmlich junge, alleinreisende Männer, aufgenommen und muss für dieses Jahr erneut mit einer erheblichen Anzahl rechnen. Dank der großzügigen Hilfe durch die Bereitstellung des Hauses Bethesda durch das Diakonische Werk und die Anmietung diverser Wohnungen und des ehemaligen Feierabendhauses habe man bisher alle Flüchtlinge gut unterbringen können. In Zukunft werde noch dringend Wohnraum benötigt. Ebenso werden Ploog zufolge dringend weitere ehrenamtliche Lotsen gebraucht, die sich der Flüchtlinge annehmen und ihnen in der ersten Zeit zur Seite stehen. Ploog dankte den über 70 zurzeit tätigen Lotsen ebenso für ihren Einsatz wie den Mitarbeitern des Ordnungsamtes und des Bauhofes.

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