Busdorf : Krisengespräch über Fluglärm

Der  Krach am Himmel rief Amtsvorsteher Ralf Feddersen (rechts) und Verwaltungsbeamten Knud Hansen (links) zum Gespräch mit dem stellvertretenden Kommodore Oberstleutnant Josef Ehrenreich.
Der Krach am Himmel rief Amtsvorsteher Ralf Feddersen (rechts) und Verwaltungsbeamten Knud Hansen (links) zum Gespräch mit dem stellvertretenden Kommodore Oberstleutnant Josef Ehrenreich.

Nach Beschwerden von Bürgern drängt Haddebys Amtsvorsteher Ralf Feddersen auf die Einhaltung der Flugzeiten. Der Zeitraum werde bereits auf das Minimum beschränkt, heißt es seitens der Bundeswehr.

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19. März 2014, 17:00 Uhr

In den vergangenen Tagen hatte sich zahlreiche Bürger über Fluglärm beschwert – besonders in den Abendstunden fühlten sie sich gestört. Haddebys Amtsvorsteher Ralf Feddersen nahm diese Klagen zum Anlass, ein Gespräch mit Oberstleutnant Josef Ehrenreich zu führen, dem stellvertretenden Kommodore des taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“. Neben Ehrenreich nahm auch der leitende Verwaltungsbeamte Knud Hansen am Austausch in der Amtsverwaltung teil. Feddersen brachte die Erwartung zum Ausdruck, dass sich die Piloten an die vorgegebenen Landeverfahren halten und die Flugzeiten, insbesondere der nächtlichen Flugbewegungen eingehalten werden. Diese Nachtflugzeiten, die für die Ausbildung der Piloten notwendig sind, wie Ehrenreich betonte, werden im Verband auf die Wintermonate festgelegt – von Oktober bis April ist daher mit Nachtflugbetrieb zu rechnen – und mit vermehrtem Fluglärm.

In den Sommermonaten findet der nächtliche Flugbetrieb nicht statt. Tatsächlich sind die Flugbewegungen in den vergangenen Jahren rückläufig. „Wir halten den Zeitraum auf das Minimum beschränkt“, sagte Ehrenreich. Die jüngsten Nachtflüge, insbesondere der sechs Tornados, die am Montag der vergangenen Woche unterwegs waren, erfolgten ausschließlich im Rahmen von Ausbildungsflügen. Kann der Pilot die erforderlichen Nachtflugstunden nicht vorweisen, verliert er seine Lizenz. Bei klarer Sicht und frühlingshaften Temperaturen habe der Verband visuelle Anflüge trainiert. „Diese idealen Wetterbedingungen sind ein seltenes Ereignis. Bei dieser wolkenfreien Wetterlage hört man die Luftfahrzeuge allerdings auch lauter als sonst. Es ist klar, dass das auch in den umliegenden Gemeinden wahrgenommen wird“, sagte Ehrenreich, der gleichzeitig um Verständnis bat. Schließlich gehe es bei der Ausbildung auch um die Sicherheit der Piloten. „Die Nachtflüge können wir im Winterhalbjahr nicht aussetzten“, sagte der stellvertretende Kommodore.

„Wir wollen sichere Piloten am Standort haben – und dann müssen sie auch hier üben“, sagte Ralf Feddersen. Der Amtsvorsteher äußerte die Einschätzung, dass die Einwohner der umliegenden Gemeinden sicher großes Verständnis für die Übungen aufbringen und bat, diese auf das Notwendigste zu beschränken.

Weitere Nachtflüge sind in der Woche vom 5. bis 11. April geplant. Darüber hinaus wird der Verband ab Montag, 12., bis Donnerstag, 22. Mai, erneut Schauplatz von Nato-Großübungen: Dann startet mit „Jawtex“, eine federführend von der deutschen Luftwaffe organisierte Übung. Rund 30 internationale Jets sowie deutsche Tornados und Eurofighter werden daran teilnehmen.

Im Juni folgt dann das Nato „Tiger Meet“, als taktische Luftübung der Nato im europäischen Raum, an der sich 18 Nationen beteiligen. Die Flüge werden dann am Vormittag und am Nachmittag bis etwa 18 Uhr erfolgen. „Damit wird es keinen Nachtflugbetrieb geben“, sagte Ehrenreich. Die Bevölkerung soll auch in Zukunft rechtzeitig über die geplanten Flugzeiten informiert werden.

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