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Schleswig-Flensburg : Kreiswehrführer Rainer Erichsen tritt zurück

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kreiswehrführer Rainer Erichsen mag nicht mehr. Ein Jahr vor Ende seiner Amtszeit tritt er zurück. Er nennt berufliche, familiäre und gesundheitliche Gründe. Sein Nachfolger soll am 28. März gewählt werden.

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erstellt am 18.Feb.2014 | 07:45 Uhr

Der Kreisfeuerwehrverband muss sich einen neuen Chef suchen. Wie erst gestern öffentlich bekannt wurde, ist Kreisbrandmeister Rainer Erichsen bereits am Dienstag der vergangenen Woche mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der 59-Jährige machte berufliche, familiäre und gesundheitliche Gründe für diesen Schritt geltend.

Weil er gesundheitlich angeschlagen sei, habe er es nicht mehr vermocht, den vielen Verpflichtungen des Postens gerecht zu werden, erklärte Erichsen gestern auf Anfrage. „Der Arzt hat mir geraten, kürzer zu treten“, sagte er, und weil er im Landhandel einem Vollzeitberuf nachgehe, sei die Entscheidung zu Lasten des Ehrenamtes gefallen. „Die Gesundheit hat für mich Vorrang. Leicht ist mir die Entscheidung aber nicht gefallen“

Es sei schon eine Zäsur, wenn ein so erfahrener Mann vorzeitig gehe, erklärte Landrat Wolfgang Buschmann, der Erichsen auf dessen Wunsch in der vergangenen Woche von seinen Aufgaben entband. Der Landrat ist der direkte Vorgesetzte des Kreisbrandmeisters, der mit der Ernennung nicht nur dem Kreisfeuerwehrverband vorsteht, sondern zugleich Ehrenbeamter des Kreises wird. Mit dem angenommenen Rücktrittsgesuch Erichsens rückte vorübergehend dessen Stellvertreter Bernd Waschnick aus Hüsby an die Spitze des Verbandes. Ihm obliegt es nun, die Nachfolge zu regeln.

Dabei kommt dem Kreisfeuerwehrverband entgegen, dass Erichsen seinen Rückzug so frühzeitig bekannt gegeben hat, dass der Nachfolger bereits auf der kommenden Jahresversammlung am 28. März gewählt werden kann. Die Vorschlagsfrist läuft erst zwei Wochen vor der Versammlung ab. Und wie es von verschiedenen Seiten heißt, brodelt die Gerüchteküche innerhalb der Feuerwehren bereits auf vollen Touren.

Für den Kreisfeuerwehrverband selbst kam der Rücktritt nach Angaben von Geschäftsführerin Annelie Sievers vollkommen überraschend. Gerüchte, wonach Erichsen wegen angeblicher Führungsschwäche in der Kritik gestanden hätte, wies sie entschieden zurück. „Das kann ich überhaupt nicht bestätigen“, sagte sie gestern. Sie habe mit Rainer Erichsen immer gut zusammengearbeitet und könne gut beurteilen, wie anstrengend es sei, neben Beruf und Familie auch noch den Posten des Kreiswehrführers auszufüllen. „Das ist ein Full-Time-Job, in dem er versuchte, es allen Seiten recht zu machen.“

Erichsen, der in Brebel lebt und als gelernter Großhandelskaufmann bei der Raiffeisen HaGe Nord in Süderbrarup arbeitet, war 1998 zum Amtswehrführer und 2001 zum stellvertretenden Kreiswehrführer gewählt worden, bevor er im März 2009 die Nachfolge von Walter Behrens antrat.

Sein Start als Kreisbrandmeister war seinerzeit holprig. Ein Jahr nach seiner Amtsübernahme geriet der Kreisfeuerwehrverband in eine Krise. Auslöser waren die umstrittenen Umstände des Rücktritts des damaligen Kreisjugendwartes. Erichsen war damals von der Basis schlechtes Krisenmanagement vorgeworfen worden.


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