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Schleswiger Nachrichten

17. August 2017 | 14:22 Uhr

Kreis mahnt Geflügelzüchter zur Vorsicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Veterinäramt erlässt Verfügung für Schleswig-Flensburg und Flensburg und präzisiert die Risikozonen im Kreisgebiet

Die Veterinäre beim Kreisgesundheitsamt erinnern sich noch sehr gut an den Ausbruch der Vogelgrippe vor gut acht Jahren und die arbeitsträchtigen Begleiterscheinungen für ihre Behörde. Kaum wurde im Kreisgebiet irgendwo ein toter Vogel gesehen, wurde die Behörde informiert. Oft mussten die Experten dann in ihren weißen Schutzanzügen ausrücken, um Enten, Schwäne und anderes Wildgefügel einzusammeln und zur Untersuchung nach Kiel zu schicken. Jetzt ist es wieder soweit: Seit gestern steht das Telefon von Kreisveterinär Dr. Volker Jaritz und seinen Kollegen nicht mehr still. Es herrscht Verunsicherung im Kreis, seit das Umweltministerium in Kiel am Dienstag vorsorglich die Aufstallung in Notfallgebieten angeordnet hat. Der Kreis seinerseits präzisierte die Auflagen für Geflügelhalter gestern mit einer tierseuchenrechtlichen Verfügung.

Für Jaritz ist wichtig, dass die Aufstallpflicht zunächst nicht für das ganze Kreisgebiet gilt. „Das ist der richtige Weg, solange die Seuche bei uns nicht nachgewiesen ist“, sagt der Fachmann. Denn zur Panik bestehe kein Grund. Und er hofft, dass nicht – wie 2006 – Unmengen toter Vögel bei seiner Behörde landen. „Nicht jeder Vogel, der vom Himmel fällt, muss zu uns eingeschickt werden.“ Er verweist darauf, dass im Landeslabor bis gestern bereits 90 Wildvögel untersucht wurden, alle mit negativem Ergebnis.

Gleichwohl mahnt er die Geflügelzüchter zur Vorsicht und dazu, sich als solche beim Kreis anzumelden. Zur Zeit sind im Kreisgebiet 1600 Geflügelzüchter registriert, darunter drei Großbetriebe, die allerdings alle nicht in einer der Risikozonen liegen. Die Experten gehen jedoch von einer nicht unerheblichen Dunkelziffer aus, die eine Kontrolle der Situation und eine Eindämmung einer möglichen Epidemie im Ernstfall erschwere. Landwirte und Privatpersonen, die Geflügel halten, sollten in jedem Fall Vorsicht walten lassen, sagt Jaritz, das heißt vor allem: großen Wert auf Hygiene und Desinfektion legen. Gummistiefel von der Koppel beispielsweise seien im Geflügelstall tabu. Auch sollten möglichst wenige Personen die Ställe betreten, in denen Geflügel gehalten wird.

In den Risikogebieten dürfen Hühner, Puten, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse ausschließlich in geschlossenen Ställen oder Volieren gehalten werden, die nach oben gegen Einträge und auch seitlich gegen das Eindringen von Wildvögeln gesichert sind. In einem drei Kilometer breiten Küstenstreifen unmittelbar an der Ostseeküste und am Schleiufer sind betroffen: die Städte Arnis, Flensburg, Glücksburg, Kappeln, Schleswig, die Gemeinde Harrislee sowie Teile der Ämter Langballig, Geltinger Bucht, Kappeln-Land, Süderbrarup, Südangeln und Haddeby. Ebenfalls betroffen sind Gebiete mit einem Abstand von 500 Metern um den Arenholzer See, den Langsee, den Sankelmarker See, den Südensee, das Haddebyer und das Selker Noor sowie an der Treene ab Hollingstedt flussabwärts. Besonders ausgedehnt ist das Risikogebiet auf der südlichen Geest in einem 500 Meter breiten Streifen um das „Vogelschutzgebiet 1622-49 ETS“ in den Ämtern Kropp-Stapelholm und Arensharde.

Bisher wurde das Vogelgrippe-Virus nur in Mecklenburg-Vorpommern, den Niederlanden und Großbritannien nachgewiesen.

Den Verfügungstext und eine Karte mit den Risikogebieten gibt es auf der Homepage des Kreises unter www.schleswig-flensburg.de/Aktuelles-Service/Pressedienst/Amtliche-Bekanntmachungen.

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erstellt am 27.Nov.2014 | 11:22 Uhr

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