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Satrupholm : Kraniche und Schwarzstorch: Die Moore erholen sich

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Naturschutzverein Mittelangeln berichtet von brütendem Kranichpaar, Wasserrallen und einem Schwarzstorch in Satrupholm. Auch im Hechtmoor sind Erfolge sichtbar.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 12:45 Uhr

„Ziel des Naturschutzvereins ist es, immer mit allen zu reden und so gemeinsam im Naturschutz voranzukommen“, betonte Hartmut Mügge, Vorsitzender des Naturschutzvereins Mittelangeln. In der Jahresversammlung wurde er einstimmig für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Ebenfalls einstimmig wurden die Beisitzer Karen Lorenzen, Manfred Koch und Peter Behrens wiedergewählt.

In seinem Bericht hob Mügge die Renaturierungs- und Erhaltungsarbeiten im Hechtmoor und im Satrupholmer Moor hervor. Erfolge dieser Arbeiten zeigten sich bereits in der Tier- und Pflanzenwelt. So habe ein Kranichpaar im Satrupholmer Moor gebrütet. Außerdem wurden die Wasserralle und ein Schwarzstorch beobachtet.

Weitere Schwerpunkte der Arbeit der Naturschützer waren die Ausrichtung der Jubiläumsfeier zum 30-jährigen Bestehen des Vereins und die Teilnahme an Exkursionen in andere Moore in Schleswig-Holstein. Zu diesen Ausflügen seien auch Nichtmitglieder immer herzlich willkommen, bekräftigte der Vorsitzende. Gemeinsam mit dem Naturschutzverein Obere Treenelandschaft wurde überdies wieder ein Faltblatt mit den Veranstaltungen für dieses Jahr herausgegeben. Es kann im Internet auf www.naturschutzverein-mittelangeln.de eingesehen werden.

Die Arbeit des Naturkindergartens Satrup stellten die Erzieherinnen Nicole Wedell und Sissel Nielsen vor. Sie führten die Zuhörer mit einer Fotoschau durch das Jahr im Waldkindergarten. Die 19 Kinder bewegten sich vier Stunden täglich in der Natur und lernten sie dabei zu achten und zu schätzen, erläuterten sie. Außerdem lernten die Kinder, Gefahren zu erkennen und ihre eigenen Fähigkeiten einzuschätzen. „Wir zerstören und pflücken nichts im Wald – wir sind Gäste und überlassen alles den Tieren“, sagte Nielsen. Die Vereinsmitglieder freuten sich spürbar über die Bilder von begeistert an Wasserkuhlen und Bächen spielenden Kindern. Der Naturkindergarten ist als Nachhaltigkeitskindergarten zertifiziert.

Hegeringleiter Bernd Haack berichtete über die veränderten Anforderungen der Jagd in den vergangenen 20 Jahren. Die Veränderung der Kulturlandschaft, auch durch die Landwirtschaft habe eine Veränderung der Tierwelt zur Folge, so sein Fazit. Die Bestände an Rehwild und Wildschweinen hätten stark zugenommen, Hasen, Fasane und Kaninchen seien indes selten geworden. Andere Arten wie Marderhunde und Waschbären seien neu eingewandert. Haack führte aus, dass politische Entscheidungen die Jägerschaft in den vergangenen Jahren stark gefordert hätten. Das Waldbetretungsrecht und die Möglichkeit, landwirtschaftliche Flächen, die nicht in Bearbeitung sind, zu begehen, engten die Jagd ein, so Haack. Über dieses Betretungsrecht entwickelte sich in der Folge eine rege Diskussion.

„Naturschützer und Jäger müssen intensiv miteinander reden“, sagte Hartmut Mügge. „Beide verfolgen, richtig verstanden, die gleichen Ziele.“ Viele Menschen wollten die Natur aktiver nutzen und intensiver wahrnehmen, müssten den Umgang mit ihr aber erst wieder erlernen. Wie dies gelingen könne, zeige das Beispiel des Naturkindergartens.

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