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für mundräuber : Kostenlose Früchte zum Naschen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Internetportal mundraub.org zeigt Obstpflückern, wo sich öffentlich zugängliche Bäume befinden – auch im Kreisgebiet und der Stadt Flensburg.

Äpfel, Birnen oder Quitten – Streuobstwiesen und einzelne Bäume sind eine begehrte Alternative zu den Früchten aus dem Supermarkt. Zumal nicht jeder einen eigenen Obstbaum im Garten hat. Das muss auch nicht sein, denn im Kreisgebiet gibt es an einigen Stellen Beeren und Kernobst, die nur auf eifrige Pflücker warten. Wo sich diese befinden, zeigt die Internetseite mundraub.org.

Das Portal entstand vor vier Jahren nach einer Paddeltour im Spätsommer irgendwo in Deutschland. Damals fielen Gründer Kai Gildhorn die vielen vollen Apfelbäume am Flussufer auf. Sein Proviant dagegen stammte zum Großteil aus fernen Ländern. Dass direkt vor seiner Nase Früchte verderben, weil sie nicht geerntet werden, erschien ihm damals äußerst absurd. Kurzum beriet er sich mit ein paar Freunden und baute mit ihnen die Internetseite auf.

Aufmerksame Pflücker aus ganz Deutschland können dort seitdem ihre Geheim- oder Lieblingsorte, an denen Früchte, Nüsse, Beeren und verschiedene Kräuter zu finden sind, auf einer interaktiven Karte markieren. „Durch die Mundraub-Map bekommen die Menschen einen Blick für die heimischen Ressourcen und lernen, diese zu schätzen“, erklärt Konstantin Schroth von „Mundraub“. „Doch bevor sie etwas markieren, müssen sie sicherstellen, dass die Pflanzen wirklich niemandem gehören, sonst könnte es Probleme mit dem Besitzer geben.“

In den vergangenen vier Jahren hat sich die Karte gut gefüllt, auch in Schleswig-Holstein. Rund 290 Orte wurden dort markiert, davon 36 in Flensburg, Schleswig und im Kreisgebiet. „Mundräuber“ haben zum Beispiel in Kappeln einen Quittenbaum gesehen, im Satruper Norderholz verschiedene Beeren und Bäume mit Esskastanien. Und in Schleswig, am Johannis-Kloster auf dem Holm, stehen ein großer Maulbeerbaum und ebenfalls eine Esskastanie. Außerdem wachsen Sauerkirschen in Großrüde und Birnen in Hollingstedt.

Doch das ist noch längst nicht alles. Allein für Flensburg sind 23 Stellen angegeben: Mirabellenbäume am Stadion und in der Innenstadt, Brombeeren an der Fördepromenade, Himbeeren im Neubaugebiet oder Kirschen auf dem Campusgelände der Universität. Zudem gibt es zahlreiche Obstwiesen im Kreis, die noch nicht auf mundraub.org vermerkt sind – zum Beispiel in den Naturerlebniszentren Maasholm, Ekenis und Borgwedel. „Diese Wiesen sind öffentlich, jeder kann dort hingehen und pflücken“, sagt Kirsten Giese vom Naturerlebniszentrum Schlei. In guten Jahren würden die Bäume viele Früchte tragen, in diesem Jahr fiel die Ernte jedoch rar aus. Das läge am kalten Wetter im Frühjahr, erklärt Giese.

Damit auch alle Freude an den freien Früchtchen haben, sollen die Mundräuber die Bäume nicht plündern, sondern auch anderen etwas übrig lassen, erklärt Schroth die Grundidee hinter mundraub.org. Dies bestätigt auch Kirsten Giese. „Wenn jemand in seinem Eimer ein paar Äpfel oder Quitten mit nach Hause nehmen möchte, ist das in Ordnung“, sagt sie. „Aber man sollte nicht mit einem großen Anhänger vorbeikommen.“



Karte
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erstellt am 17.Okt.2013 | 07:45 Uhr

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