Glücksburg : Konzeptlos in Glücksburg

Parkplatz am Edeka-Markt: Gibt es bald ein Verkehrskonzept für Glücksburg?
Parkplatz am Edeka-Markt: Gibt es bald ein Verkehrskonzept für Glücksburg?

Der Stadt fehlt ein Plan für die weitere Entwicklung . Auch die Parkraumsituation ist ungeklärt.

shz.de von
10. September 2018, 13:00 Uhr

Die Bürgermeisterin hat überall nachgefragt und auch im Archiv gesucht: Aber da war nichts – von einem Sanierungskonzept für die Ladenpassage „Scheune“ aus den frühen 90er Jahren einmal abgesehen. „Es gibt keine Konzepte für die Entwicklung der Stadt“, stellt Kristina Franke fest. Das ist schwierig für die nach eigenem Bekunden „Daten-Zahlen-Fakten-Frau“. In der Praxis, sagt sie, werde oft in den Ausschüssen zäh diskutiert und dann nach Gutdünken entschieden.

Auch verlässliche Zahlen über die Parksituation am Schinderdam fehlten Franke. Der Edeka-Markt will dort erweitern. Reichen die vorhandenen Plätze? Darum müssen sich die Kommunen selbst kümmern. Ein früherer Stellplatzerlass sei aufgehoben worden, klärt Bauausschuss-Vorsitzender Axel Sager auf. So wurde ein Ingenieurbüro mit der Zählung beauftragt. Eine Woche im Juni seien daraufhin Autos und Kassenbons erfasst worden. Ergebnis: Dem Edeka-Markt fehlen elf Parkplätze. Diese könnten auf dem Grundstück der abgerissenen Meislahn-Villa entstehen. Die 484 Quadratmeter große Fläche im Herzen von Glücksburgs gehört der Stadt. Es gab schon viele Pläne für ihre Zukunft. Aktuell will die Stadt Eigentümerin bleiben. Für die Parkplatz-Nutzung verlangt sie eine Ablöse-Summe, pro Stellplatz soll der Betreiber des Edeka-Marktes 7000 Euro zahlen. Außerdem soll er für seine Mitarbeiter weitere Parkplätze an der Gorch-Fock-Straße bereitstellen. Markt-Betreiber Wolfgang Matthiessen behält erst einmal die Ruhe. Er sagt: „In der kommunalen Politik ändern sich die Dinge häufig. Man braucht Geduld.“ Die Erweiterungs-Pläne des Supermarktes verfolgt er seit vier Jahren.

Ein Stellplatzproblem hat auch Immobilien-Unternehmer Lars-Peter Koch am Ruhetaler Weg, wo zwei Häuser mit insgesamt zwölf Wohnungen genehmigt wurden.

Statt den Bach auf dem Baugrundstück zu verrohren, würde Koch lieber Parkfläche an der Rudehalle erwerben. Auch das Gelände gehört der Stadt. Eine Ablöse-Regelung ist im Gespräch.

Gerne würde Kristina Franke die weitere Stadtentwicklung nach Konzept verfolgen: Wo fehlt eine Erhaltungssatzung und wie geht es weiter mit der Verkehrssituation? Das sind Fragen, die sie gerne geklärt hätte. Auch die Frage, welcher Einzelhandel in die Stadt passt, hätte Franke gerne untersucht. Ein entsprechendes Konzept-Angebot liegt ihr vor, Kostenpunkt: 10 000 Euro.

Gerade hat der Bauausschuss ein flächendeckendes Tempo-30-Limit für die Innenstadt beschlossen. Die vorhergehende Prüfung hat die Verwaltung selbst vorgenommen. Mitglieder der Glücksburger Politik, darunter Michael Puls (CDU), Werner Kiwitt(Grüne) und Bauingenieur Udo Bohr sprachen sich nun für ein übergreifendes Stadtentwicklungskonzept aus. Die Verwaltung wurde beauftragt, Angebote einzuholen.

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