Schleswig : Konkurrenz für Christiansen?

Arthur Christiansen möchte gerne auch die nächsten Jahre den Chefsessel im Büro des Bürgermeisters besetzen.
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Arthur Christiansen möchte gerne auch die nächsten Jahre den Chefsessel im Büro des Bürgermeisters besetzen.

Im September 2019 findet in Schleswig die Bürgermeisterwahl statt. Der Amtsinhaber muss mit prominenten Herausforderern rechnen.

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26. Januar 2018, 07:00 Uhr

Er bringe Dinge grundsätzlich immer zu Ende, sagt Arthur Christiansen. „Das ist meinem Naturell geschuldet.“ Und so sei es für ihn ganz selbstverständlich, dass er im September 2019 wieder antreten wird, wenn die Schleswiger zur Bürgermeisterwahl an die Urnen treten. „Dass dann auch mein Name auf der Kandidatenliste stehen wird, daran habe ich nie gezweifelt“, sagt der Amtsinhaber, der im Januar 2014 auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nahm – und den Posten erst einmal nicht wieder hergeben möchte.

„Wir haben in den vergangenen vier Jahren eine Menge Dinge in Schleswig angestoßen und vorbereitet. Aber manches davon braucht ein größeres Zeitfenster, um es zu einem guten Ende zu bringen. Ich bin bereit“, sagt er und verweist auf den Hertie-Abriss, die Parkhaus-Pläne und den Bau des Kulturhauses auf der Freiheit. „In all diesen Fällen macht sich unsere Politik der kleinen Schritte bezahlt, da ist vieles in Gang gesetzt worden. Die nächsten Jahre werden ganz entscheidend für Schleswig, denn dann werden wir unsere Ernte einfahren“, sagt Christiansen.

Damit er auch künftig den Ton in der Stadt angeben darf, daran wolle er „weiter hart arbeiten“. Dabei hofft er auch auf die Unterstützung der Schleswiger Politik. „Ich habe den Eindruck, dass die Ratsversammlung den Großteil meiner Maßnahmen würdigt, sonst würden nicht so viele Beschlüsse glatt durchgehen.“ Sicher würde er hin und wieder auch mal Kritik einstecken, „aber das gehört zu einer lebendigen Demokratie ja auch dazu“. Insgesamt aber lautet sein Fazit: „Mein Verhältnis zur Politik ist ausgezeichnet.“

Ob SPD, SSW und Grüne ihn, wie 2013, wieder als gemeinsamen Kandidaten ins Rennen schicken werden, weiß Christiansen noch nicht. Er sei parteilos und könne als Amtsinhaber auch unabhängig davon kandidieren. „Wir werden sehen“, sagt er.

So in etwa drückt sich auch SPD-Fraktionschef Stephan Dose auf die Frage aus, ob seine Partei dem Bürgermeister 2019 eine zweite Chance geben wird. „So weit sind wir noch gar nicht. Wir konzentrieren uns jetzt erst einmal auf die Kommunalwahl im Mai, und dann schauen wir mal, wie wir uns in der Bürgermeisterfrage positionieren.“ Dass in der Stadt immer wieder Gerüchte aufkommen, dass er selbst Interesse an dem Posten habe, „habe ich auch gehört“, sagt Dose. Bestätigen will er sie aber nicht. „Bei uns ist noch gar keine Entscheidung in dieser Sache gefällt worden, egal in welche Richtung.“

Das wiederum gilt auch für die CDU, wie Stadtverbands-Vorsitzender Helge Lehmkuhl auf Nachfrage betont. Auch sein Name wird immer wieder genannt, wenn es um mögliche Bewerber für das höchste Amt in der Stadt geht. Wie Dose vermeidet Lehmkuhl dazu zunächst eine klare Aussage, erklärt dann aber doch: „Generell kann ich mir das vorstellen, aber da ist noch nichts entschieden.“ Wichtig sei in diesem Zusammenhang das Abschneiden seiner Partei bei der Kommunalwahl, „und insbesondere mein eigenes Ergebnis in meinem Wahlbezirk“.

Dass er aber durchaus große Lust auf den Bürgermeister-Job hat, den er vertretungsweise ja jetzt schon ausfüllt, wird immer deutlicher, je länger man sich mit ihm über das Thema unterhält. „Es gibt ja Leute, die sagen, dass ein Bürgermeister am besten von außerhalb kommt, Verwaltungsexperte ist und nicht einer Partei angehört. Aber das halte ich für Quatsch.“ Er kenne seine Heimatstadt aus dem Effeff und komme beruflich aus der Wirtschaft. „Vielleicht ist das keine schlechte Kombination für die Aufgabe. Denn ich finde, man sollte als Bürgermeister nicht nur verwalten, sondern mal anders denken, eine Vision für Schleswig und ein Wir-Gefühl für diese tolle Stadt entwickeln. Das würde ich mir schon zutrauen.“

Ähnlich hatte auch Ingo Harder argumentiert, als er sich 2013 zur Wahl stellte. Ein zweites Mal aber, sagt der Ratsherr vom Bündnis für Bürger (BfB), werde er das nicht machen. „Ich organisiere inzwischen so viele Events in Schleswig. Das müsste ich als Bürgermeister wohl aufgeben. Aber das will ich weder für mich noch für die Menschen in dieser Stadt.“

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