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Kreis Schleswig-Flensburg : Konkrete Ideen für bessere Integration

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Auf der Suche nach einem neuen Konzept arbeiten Kreis, Vereine, Verbände und Kirchen zusammen.

von
erstellt am 16.Okt.2017 | 13:10 Uhr

„Wir haben es geschafft, den geflüchteten Menschen, die zu uns gekommen sind, ein erstes Zuhause zu geben“, so Stephan Asmussen, Leiter der beim Kreis gegründeten „Task Force“ für Flüchtlingsfragen. Doch mit der Unterbringung ist die Aufgabe noch längst nicht getan. Der schwierige Teil kommt erst noch auf den Kreis zu – die erfolgreiche Integration der rund 3300 geflüchteten Menschen, die inzwischen zwischen Lindewitt und Kappeln, Kropp und Steinbergkirche leben. Um gemeinsam einen Plan zu schmieden, wie dies zukünftig möglichst effizient umgesetzt werden kann, versammelten sich knapp 150 Vertreter aus Politik, Haupt- und Ehrenamt sowie Migranten im Schleswiger Berufsbildungszentrum. In Arbeitsgruppen sollte dann „das, was bereits an Ideen besteht, verfeinert werden,“ so Landrat Wolfgang Buschmann. Und am wichtigsten sei, so der Landrat weiter, „dass diese Ideen dann dahin mitgenommen werden, wo sie hingehören – nämlich in die Mitte der Gesellschaft.“

Hintergrund der Veranstaltung war die Aufforderung des Landes Schleswig-Holstein, dass alle Kreise und kreisfreien Städte in Zukunft ein Integrationskonzept für ihre Region entwickeln sollen. „Da stehen wir jedoch nicht bei null“, versicherte Wolfgang Buschmann. Bereits im Dezember 2016 war ein erster Entwurf des Konzeptes dem Innenministerium vorgelegt worden. Dieser sollte nun durch die inzwischen gesammelten Erfahrungen ergänzt und weitergeführt werden.

In den verschiedenen Arbeitsgruppen wurde über die Integration in den einzelnen Teilbereichen diskutiert. Themen dabei waren unter anderem Arbeit, Sprache, Vereine und kindliche Bildung. So hieß es etwa bei der Arbeitsgruppe „Vereine“, das Vereinsleben müsse ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellen. Was sich zurzeit noch reichlich theoretisch anhört, soll möglichst schnell sehr konkret werden. Landrat Buschmann deutet einige erste Ergebnisse an, die sich in der Diskussion ergeben hatten und nun praktisch umgesetzt werden sollen.

Einen ersten Hinweis, wie das aussehen könnte, gab Gruppenleiterin Dagmar Kistner, die sich in ihrer Runde mit dem Thema „Vereine“ beschäftigt hatte. „Wenn mehr Migranten in Sportvereinen, sozial engagierten Gruppen oder beispielsweise in der Feuerwehr tätig wären, würde ihnen das sehr helfen, sich hier ein sozialen Umfeld aufzubauen,“ sagte Dagmar Kistner. Auf der anderen Seite könnten die Geflüchteten auf diese Weise natürlich auch zum Erhalt und zur Stärkung der Vereine beitragen.

Ähnlich waren die Überlegungen in der Arbeitsgruppe „Frühkindliche Bildung“. Ihr Vorschlag: In den Kindertagesstätten müsste es schon so früh wie möglich gemischt Gruppen geben, war dort die einhellige Meinung. Das würde nicht nur beim Spracherwerb helfen, auch die Akzeptanz untereinander soll nach den Vorstellungen der Gruppenmitglieder besser werden.

Die gesammelten Ideen werden nun im neuen Integrationskonzept des Kreises zusammengefasst werden. Im Dezember, so der Plan, soll die fertige Fassung dann verabschiedet werden.

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