Kappelner Heringstage : Königin – ganz aus Versehen

Seid umschlungen: Dieter Clausen, Vorsitzender des Kappelner Verschönerungsvereins (Mi.), beglückwünscht Bettina Sörensen und Christian Andresen.
Seid umschlungen: Dieter Clausen, Vorsitzender des Kappelner Verschönerungsvereins (Mi.), beglückwünscht Bettina Sörensen und Christian Andresen.

Bettina Sörensen aus Fahrdorf landet bei der Heringswette mit 78 Pfund einen Volltreffer.

shz.de von
16. Mai 2015, 07:38 Uhr

Es soll Menschen geben, die füllen ihren Wettschein bei der Heringswette der Kappelner Heringstage bereits aus, wenn die Fische noch in der Reuse zappeln. Andere setzen einfach die Teilnehmerzahl, die ihnen zugeteilt wurde, als Gewicht des Fangs in die Lücke – ein bewährtes Rezept. Renate Steckmest, Ehefrau des Rotary-Präsidenten Rolf Steckmest, hielt sich nicht daran. Ihre Teilnehmerzahl war die „78“. Diese 78 Pfund bedeuteten bei der Heringswette eine Punktlandung – und die legte – ganz ausversehen – die Fahrdorferin Bettina Sörensen, Ehefrau des IHK-Vizepräsidenten Rolf-Ejvind Sörensen, hin.

„Eigentlich wollte ich gar nicht tippen, doch mein Mann hat versehentlich für zwei bezahlt“, sagte Bettina Sörensen fast entschuldigend, nachdem Ramona Strüven und Kreispräsident Ulrich Brüggemeier als Majestäten abtreten mussten. Und auch ihr Tipp sollte ganz anders ausgehen. Die Fahrdorferin hatte sich auf die Treffsicherheit „erfahrene Kappelner“ verlassen, die das Rennen schon machen würden. Deren Tipp hatte Bettina Sörensen daraufhin für sich erhöht – sicher ist sicher. „Also, das alles ist ein absolutes Missverständnis. Ich stehe immer noch unter Schock“, sagte die 50-Jährige mit einem Lachen.

Ihr Partner ist übrigens Heringskönig Christian Andresen. „Damit habe ich nicht gerechnet, und geplant habe ich es auch nicht“, sagte der zweite stellvertretende Bürgervorsteher Kappelns. Doch zumindest einen realistischen Tipp hatte er mit 79 Pfund doch abgeben wollen. Nun will Andresen erstmal die Statuten lesen und die Vorgänger um Rat fragen. Gerade Sabine Mau, Heringskönigin 2013, habe große Fußstapfen hinterlassen.

Dass auch die Erwartungen groß sind, daran ließ Dieter Clausen nach der Rede Andresens keinen Zweifel: „Danke für die schönen Worte, das war für den Anfang schon ganz gut, aber ihr werdet euch sicherlich noch steigern können.“ Zeit genug haben sie ja jetzt. Die beiden Majestäten regieren von nun an ein Jahr.

Erstmals bei der Heringswette dabei war der Oppositionsführer im Landtag Daniel Günther (CDU). „Nimm deine Startnummer, das hat man mir damals gesagt“, gab Landtagsabgeordnete Heike Franzen dem Neuling den oben genannten Tipp mit auf den Weg. Als Franzen sah, dass Günthers Zahl die 77 war, „warnte“ sie ihn allerdings. „Bei deiner Nummer kann das gefährlich werden“, so Franzen und meinte mit dieser Gefahr wohl die Königswürde. Günther entschloss sich letztlich – so wie Bettina Sörensen – für einen höheren Wert (85 Pfund) und war damit „außer Gefahr“. Insgesamt waren 88 Wetter angetreten.

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