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Jürgen Drews : "König von Mallorca" besucht Schleswig

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"Manche Ecken sehen aus wie in der DDR": Schlagersänger Jürgen Drews verbrachte in Schleswig seine Jugend. Jetzt kehrte er für einen Tag in die Stadt an der Schlei zurück - und staunte über die Veränderungen.

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 10:09 Uhr

Schleswig | "Wir kennen uns doch auch schon seit ewigen Zeiten, wie heißt du noch?" - Genau so stellt man sich die Begrüßung vor, wenn der berühmte Schlagersänger nach Jahrzehnten zurückkommt an den Ort, an dem seine Karriere begann. Und genau so begrüßte Jürgen Drews am Mittwochabend den Wirt des Hohenzollern-Hotels. Uwe Lüth war hier schon Wirt, als Jürgen Drews vor 50 Jahren mit seiner Schülerband "Monkeys" im großen Saal auftrat. Als er den Saal am Mittwoch wieder betrat, hatte er seine Frau Ramona, seine Tochter Joelina und ein Kamerateam vom ZDF dabei. Den ganzen Tag über hatte der "König von Mallorca" den Fernsehleuten seine Heimatstadt gezeigt, und sie machten Aufnahmen für eine Sendung, die Ende September am späten Abend im Digitalkanal ZDF-neo zu sehen sein wird. "Irgendwas mit Heimkehr" sei das Thema, erklärte Drews, wandte sich noch einmal Uwe Lüth zu und sagte: "Du wolltest damals immer die Gage nicht bezahlen." Der Hotelwirt konterte trocken: "Ich war ja auch nicht der Veranstalter. Das war der Kreisjugendring."
Währenddessen wartete draußen im Foyer ein gutes Dutzend alter Fans. Manche erinnerten sich daran, wie sie damals, als der Jürgen gerade anfing, berühmt zu werden, am Hinterausgang warteten, um ein Autogramm zu ergattern, der Jürgen das Gebäude aber einfach vorne durch den Haupteingang verließ. Ein einziger Fan hatte sich mit dem Fernsehteam in den Saal geschlichten: Wolfgang Janke. Er hat besondere Erinnerungen an Jürgen Drews. Vor 47 Jahren lernte auf einem seiner Konzerte seine Frau kennen. Das war allerdings nicht im Hohenzollern, sondern ein paar Straßen weiter im Deutschen Hof. Nach einem Erinnerungsfoto mit Janke nahm sich Drews ein paar Minuten Zeit für die anderen alten Fans im Foyer, dann verließ er das Gebäude - wie damals - durch den Haupteingang. "Wir müssen noch nach Flensburg, uns ein Pferd angucken."
Eine Sache nur wollte er noch ganz schnell loswerden, sagte er dem Reporter der Schleswiger Nachrichten - und war minutenlag fast nicht mehr zu bremsen: "Ich wundere mich, was aus Schleswig geworden ist. Manche Ecken sehen aus wie in der DDR. Wie kann man nur an die wunderbare Stampfmühle ein Altenheim bauen. Oder der Neubau an der Domschule. Früher habe ich vom Klassenzimmer wunderbar auf die Schlei schauen können. Oder in der Bellmannstraße, wo wir früher gewohnt haben. Da habe ich vorhin ein Haus gesehen, das für sich genommen wunderschön ist, aber es passt überhaupt nicht in die Siedlung. Wieso wird sowas überhaupt genehmigt? Das ist alles jammerschade, dabei ist die Stadt sonst wirklich toll."

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