Süderbrarup : Kleingärtner müssen das Feld räumen

Werden ihre Parzellen auf der Ehlerskoppel verlieren: die Mitglieder des Süderbraruper Kleingartenvereins.
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Werden ihre Parzellen auf der Ehlerskoppel verlieren: die Mitglieder des Süderbraruper Kleingartenvereins.

Wende im Standortstreit für die neue Zentralschule: Süderbrarups Gemeindevertreter wollen den Pachtvertrag für die Ehlerskoppel nun doch kündigen. Die Kleingärtner verlieren ihre Parzellen.

shz.de von
27. Januar 2015, 07:44 Uhr

Die neue zentrale Grundschule für das Amt Süderbrarup wird auf dem Kleingartengelände der Ehlerskoppel gebaut. Die Gemeindevertretung hob dafür den anders lautenden Beschluss vom 3. Dezember auf. Bürgermeister Friedrich Bennetreu fasste vor der Abstimmung nochmal die Vorgeschichte zusammen.

Um dem demografischen Wandel Rechnung zu tragen, hatte der Amtsausschuss beschlossen, die jetzigen fünf Grundschulstandorte des Amtes zu schließen und zum Schuljahresbeginn 2017/2018 durch eine zentrale, dreizügige Grundschule in der Gemeinde Süderbrarup zu ersetzen. Er folgte damit der Empfehlung des Arbeitskreises „Zukunft der Grundschulen“ sowie der zuständigen Ausschüsse. Favorisiert wurde dabei ein Standort auf dem Kleingartengelände der Ehlerskoppel. Nach heftigen Protesten der Kleingärtner unter Schirmherrschaft des Vereinsvorsitzenden Joachim Schmidt lehnten jedoch die Süderbraruper Gemeindevertreter am 3. Dezember den Standort Ehlerskoppel mit fünf zu zehn Stimmen ab. Gegen einen Bau auf dem zuvor im Gespräch gewesenen Alternativstandort Rennkoppel hatten die Mandatsträger dagegen keine Einwände.

Dies führte in der Folge zu heftigen Reaktionen der Mitglieder des Arbeitskreises, da allein der Vorsitzende des Kleingartenvereins an den nicht-öffentlichen Beratungen teilnehmen durfte. „Ich habe deshalb am 12. Januar zu einer internen, nicht-öffentlichen Arbeitssitzung der Gemeindevertretung eingeladen, um auch den Schulleitern und den Schulelternbeiratsvorsitzenden Gelegenheit zu geben, ihre Argumente vorzubringen“, erklärte Friedrich Bennetreu. Aufgrund der sich dann abzeichnenden Meinungsänderung habe er deshalb die Frage des Schulstandortes erneut auf die Tagesordnung in der Sitzung der Gemeindevertretung setzen lassen.

Trotz einiger Einwände gegen die dadurch entstehende Verkehrssituation stimmten die Mandatsträger nun mit elf zu sechs Stimmen für den Verkauf des Kleingartengeländes an das Amt Süderbrarup als Schulträger. Ein Versuch von Gemeindevertreter Wolfgang Warwel, die Abstimmung mit Bezug auf die Geschäftsordnung zu untersagen, wurde zu Protokoll genommen. Er blieb aber ohne Resonanz bei den Mandatsträgern – ebenso wie seine persönlichen Angriffe gegen den Bürgermeister.

Im Anschluss an die grundlegende Entscheidung wurde ein Bebauungsplan für das ausgewiesene Dauerkleingartengelände Ehlerskoppel aufgestellt, das dadurch in ein Sondergebiet Schule umgewandelt wird. Bürgermeister Friedrich Bennetreu erhielt den Auftrag, den Pachtvertrag mit dem Kleingartenverein zu beenden. Grundlage dieser Verhandlung sind die Bereitstellung eines 16  000 Quadratmeter großen Ersatzgrundstücks in der Westenstraße sowie Ersatzleistungen von rund 135  000 Euro an Verein und Pächter zuzüglich eines neuen Vereinsheims oder einer geldlichen Gegenleistung. Falls möglich soll eine gegenseitige Vereinbarung abgeschlossen werden. Sonst soll eine Kündigung nach dem Bundeskleingartengesetz erfolgen.

Weiteres in Kürze:
>Durch Änderung des Bebauungsplans für das Gebiet Ecke Holmerstraße/Mühlenstraße kann eine Zahnarztpraxis zwei neue Behandlungsräume anbauen.
>Durch Änderung des Bebauungsplans Kappelner Straße/Ecke Holmerstraße ist eine dichtere Bebauung dieses Gebietes zulässig.
>Die im letzten Jahr versuchsweise eingeführte Ferienkarte für das Freibad zu einem Preis von 17 Euro wurde auf Dauer in die Satzung aufgenommen.
>Der Jahresabschluss 2013 für das Wasserwerk wurde bestätigt. Im Gegensatz zu den letzten Jahren, in denen Verluste verbucht werden mussten, schließt er in diesem Jahr mit einem Plus von 32  000 Euro ab.

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