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Schleswiger Nachrichten

17. August 2017 | 04:37 Uhr

Süderbrarup : Kleingärtner flaggen halbmast

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Süderbrarups Kleingärtner fürchten um ihre Anlage. Grund: Die Politik im Ort diskutiert über eine neue zentrale Grundschule. Als Bauplatz kommt das Kleingarten-Areal Ehlerskoppel in Frage.

Joachim Schmidt, Vorsitzender des Kleingartenvereins Süderbrarup, hatte zur außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen, weil er den Fortbestand der Kleingärten auf der Ehlerskoppel durch Schulpläne gefährdet sieht. Symbolisch hisste er zu Beginn der Versammlung die Fahne des Landesverbandes auf halbmast.

Im Januar habe er von Süderbrarups Bürgermeister Friedrich Bennetreu erfahren, dass die Gemeinde überlegt, die Vereinsfläche mit einer Schule zu bebauen, so Schmidt. Er habe sich zum Stillschweigen verpflichtet, da auch noch andere Flächen zur Diskussion gestanden hätten. Doch inzwischen habe er erfahren, dass es bereits eine Überplanung der Ehlerskoppel gebe – für Alternativflächen aber nicht. Im Falle einer Realisierung würde man Ersatzflächen am Ortsrand angeboten bekommen und eine Entschädigung erhalten, fuhr Schmidt fort. Doch es sei jetzt schon abzusehen, dass vor allem ältere Kleingärtner diesen Neuanfang nicht mehr mitmachen würden oder könnten. „Wir werden deshalb alles dafür tun, dass dies nicht geschieht“, schloss er unter dem Beifall der Mitglieder.

Hans Walter Niendorf, stellvertretender Bürgermeister, versuchte, die Emotionen zu beruhigen und gab Einblick in die momentanen Überlegungen des Amtes. Er wies auf die sinkenden Geburtenzahlen hin, die dazu geführt hätten, dass sich die Grundschulen von Boren und Steinfeld sowie von Mohrkirch und Norderbrarup bereits organisatorisch zusammengeschlossen hätten, um überhaupt lebensfähig zu bleiben. Doch die Schülerzahlen würden weiter sinken. „Dann kam die Idee einer zentralen Grundschule des Amtes in Süderbrarup auf“, ließ Niendorf die Katze aus dem Sack. Die bestehende Grundschule sei zu alt und zu klein für diesen Zweck. Deshalb habe man sich Gedanken über einen möglichen Standort gemacht. Für die Ehlerskoppel spreche die Nähe zu Schulzentrum und Sporthalle. Die Alternative „Rennkoppel“ – in der Nähe des Kindergartens – habe den Vorteil der Planungsfreiheit. Das sei auch der Grund, warum man für diese Fläche noch keine Pläne gemacht habe. Außerdem kämen die meisten neuen Grundschüler aus den nahe liegenden Neubaugebieten und müssten beim Schulweg die B 201 nicht überqueren. „Und die Möglichkeit einer Erweiterung der bestehenden Grundschule ist noch nicht vom Tisch.“

Auch wisse er nicht, wie das Amt Süderbrarup, dessen Finanzdecke ohnehin sehr knapp sei, die sechs Millionen Euro aufbringen wolle, die diese Zentralisierung kosten würde. Im konkreten Falle müsse erst einmal eine Flächennutzungsplanänderung erfolgen, die die Ehlerskoppel von einer Dauergrünanlage in ein Baugebiet überführe. Schließlich würden nur etwa 6000 bis 7000 der 18 000 Quadratmeter großen Fläche benötigt. Dagmar Struß, Vorsitzende des Nabu Ostangeln, indes warnte die Kleingärtner davor, die Hände in den Schoß zu legen: „Sonst kommen Sie erst ins Spiel, wenn alles entschieden ist.“

Die Kleingärtner wollen ihre Sicht der Dinge nun in der nächsten Gemeindevertretersitzung vorzutragen.

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