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Schleswiger Nachrichten

24. Oktober 2017 | 10:05 Uhr

Kleine Kleckse - großer Ärger

vom

Einigen Anwohnern war das Silberstedter Zeltlager zu laut, andere unterstützten die Lagerbewohner mit Transparenten

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Silberstedt | Zum Ende der großen Ferien steht für viele Kinder zwischen acht und zwölf Jahren noch das vom Jugendausschuss des TSV Silberstedt organisierte Kleines-Klecks-Lager (KKL) auf dem Programm. Bereits zum zehnten Mal fand die beliebte Ferienfreizeit hinter der Sporthalle in Silberstedt statt. Und nach zwei regnerischen Jahren spielte zum Jubiläum auch Petrus wieder mit. Vielleicht trug das gute Wetter dazu bei, dass das Lager mit 170 Kindern und 40 Betreuern diesmal lauter ausfiel - nach mehreren Jahren ohne Vorkommnisse gab es diesmal Beschwerden von Anwohnern wegen zu lauter Musik. Das Ordnungsamt schritt ein und drohte mit einem vorzeitigen Abbruch des Lagers. Das wiederum löste Solidaritätsbekundungen anderer Anwohner für das Lager aus.

Der Ärger begann schon vor dem eigentlichen Beginn des KKL: Bei der traditionellen Feier nach dem Aufbau des Lagers hatten die Betreuer über die Stränge geschlagen und bis in die Nacht hinein gefeiert. "Das war doof von uns", sagt Lagerleiter Christopher Hoffmann (23). Daraufhin habe man sich aber in großer Zurückhaltung geübt, auf laute Musik verzichtet und die lärmträchtigen Veranstaltungen in die Sporthalle verlegt.

Das hat Anwohner Carl-Heinz Geerckens ganz anders wahrgenommen. "Sonnabend vor einer Woche fing es mit wahnsinnig lauten Bässen an, so dass wir uns im Garten nicht mehr aufhalten konnten. Ein paar Tage später ging es wieder los." Mitten in der Nacht habe es "ein Wahnsinnsspektakel" gegeben. Bis 22.30 Uhr seien die Lagerbewohner in der Sporthalle gewesen, danach hätten sie auf dem Gelände bis ein Uhr nachts gelärmt. Wert legt Geerckens jedoch auf die Feststellung, dass sich niemand wegen des Kinderlärms beschwert habe. Er hält die Betreuer für die Urheber des Lärms. "Wir sind überhaupt nicht gegen das Lager. Wir wollen auch nicht, dass das Lager dicht gemacht wird. Aber wir sind dagegen, dass die Betreuer das Lager nicht im Griff haben", sagt er. Geerckens fordert Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme. Dass der Lärm die Anwohner genervt hat, "das verstehen wir alles", sagt Lagerleiter Hoffmann. Deshalb haben man sogar einige Programmpunkte ganz gestrichen. Sogar der KKL-Move, traditionell Abschluss des Lagers, sei als Schweigemarsch gestartet, um nicht neuen Ärger zu provozieren.

Die Beschwerden veranlassten andere Bürger dazu, während des Moves Spruchbänder in ihren Gärten aufzustellen mit Slogans wie "Lasst Euch nicht unterkriegen, Ihr leistet tolle Arbeit - KKL auch 2014" oder "KKL - macht weiter so - wir halten zu Euch". Auf einer Unterschriftenliste machten die Anlieger zudem deutlich, dass sie sich "in keinster Weise gestört fühlen!". Weiter heißt es: "Wir unterstützen diese einmal im Jahr stattfindende Aktion, zu der auch Musik, Durchsagen über Lautsprecher, Kinderlachen und Kindergeschrei gehören".

Die Kinder indes genossen die Tage mit Spiel und Spaß am laufenden Band. Das Betreuerteam um Hoffmann und Jelte Ullrich hatte in wochenlanger Vorarbeit ein Programm mit Spielen, Bastelaktionen und Arbeitsgemeinschaften zusammengestellt. Die Feuerwehr hatte einen Pool errichtet und darüber hinaus noch mit einer Wasserwand für ein zusätzliches Spektakel gesorgt.

Das Lager endete wie üblich mit dem KKL-Move. In hellblaue T-Shirts gekleidet, zog der bunte Zug singend und tanzend durch den Ort - in der Hoffnung auf eine Wiederholung des KKL im kommenden Jahr.

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