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Schleswiger Nachrichten

25. Juli 2017 | 12:47 Uhr

Schleswig : Kleine Brücke, großes Problem

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Marode Überführung an der Gottorfer Schlossinsel muss erneuert werden. Stadt rechnet mit Kosten bis zu einer halben Million Euro.

Wenn man mit dem Auto auf die Gottorfer Schlossinsel oder wieder runter fährt, dann rumpelt und knallt es kurz. Der Grund dafür sind große Stahlplatten, die über der kleinen Brücke am Schlosstor auf der holprigen Straße liegen. Und zwar nicht, weil sie besonders schön aussehen, sondern einzig und allein deshalb, weil sie dafür sorgen sollen, dass besagte Brücke noch möglichst lange durchhält. Denn eigentlich ist das ebenso betagte wie unscheinbare Bauwerk so marode, dass es entweder aufwändig saniert oder – und das ist der wahrscheinlichere Fall – komplett erneuert werden muss.

Das allerdings wird, egal für welche Variante man sich am Ende entscheidet, ein teurer Spaß – und zwar in erster Linie für die Stadt. Denn das Grundstück der Landesmuseen beginnt erst direkt am Ufer des Burgsees. Die Allee, die dorthin führt, und die Brücke gehören hingegen der Stadt. Dort weiß man seit einer Brückenuntersuchung aus dem Jahr 2015, dass sich die 1938 gebaute Überführung in einem bemitleidenswerten Zustand befindet. Steine sind verschoben, Beton ist weggeplatzt und große Teile der Bewehrung liegen frei und rosten seit Jahren vor sich hin. Als Sofortmaßnahme hat man vor zwei Jahren die Stahlplatten über die Brücke gelegt, um die Lasten zu verteilen.

„Auf Dauer aber wird das nicht mehr reichen“, erklärte Dirk Jürgensen, Sachgebietsleiter Tiefbau bei der Stadt, während der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Spätestens dann, wenn mit den Arbeiten für den Anbau ans Schloss begonnen wird, müsse das Problem gelöst sein. Das wird 2020, spätestens 2021 der Fall sein. „Den ein oder anderen Reisebus hält sie ja noch aus, aber wenn dann täglich schwere Baufahrzeuge über sie hinwegfahren, sieht die Sache schon anders aus“, so Jürgensen.

Geplant ist nun, dass man in den Haushalt des kommenden Jahres die Kosten für die Planung einstellt. 2019 sollen dann die Arbeiten an der Brücke über die Bühne gehen. Sie zu sanieren, so Jürgensen, würde bis zu 200  000 Euro kosten. Dabei wisse man jedoch nicht, was das fast 80-jährige Bauwerk an weiteren Mängeln offenbart, wenn man erst einmal anfange, hinter die Kulissen zu schauen. Deswegen favorisiert man im Bauamt einen Neubau. Der könnte vielleicht ab 250  000 Euro zu haben sein, „wenn es ganz schlecht läuft, können es aber auch 400  000 oder 500  000 Euro sein“, sagte Jürgensen.

Im Schloss weiß man indes auch längst um das Problem. Es hätten bereits mehrere Ortstermine stattgefunden, sagt Monika Zabel, bei den Landesmuseen zuständig für das Gebäudemanagement, auf Nachfrage. Wie die Brücke erneuert oder saniert wird, das könne man aber noch nicht sagen. „Da müssen auch die Natur- und Denkmalschutzbehörden mitreden.“ Auch darüber, ob sich die Gottorfer an den Kosten beteiligen, sei noch nicht verhandelt worden.

Und noch eine weitere wichtige Frage ist bislang nicht geklärt: Nämlich die, wann die Arbeiten am besten vorgenommen werden können. Denn eigentlich führt der gesamte Verkehr zum Schloss über die Brücke. Als Alternative steht nur eine Holz-Überquerung im Norden der Insel zur Verfügung. „Ob wir diese dann nutzen oder die marode Brücke zunächst nur halbseitig gesperrt wird, das muss man sehen“, sagt Dirk Jürgensen, „ich denke aber nicht, dass die Bauarbeiten mitten im Sommer, wenn die Touristen in der Region sind, stattfinden werden“.

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erstellt am 29.Jun.2017 | 07:40 Uhr

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