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Schleswiger Nachrichten

21. September 2017 | 21:23 Uhr

Schleswig : Klare Regeln für die Altstadt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bebauungsplan und Gestaltungssatzung sollen „Wildwuchs“ zwischen Holm und Gallberg verhindern.

von
erstellt am 10.Mai.2016 | 08:01 Uhr

Wenn es um Neubauten in der Schleswiger Altstadt geht, sprechen Kritiker immer wieder von „Wildwuchs“. Denn viele Häuser, die abgerissene Altbauten ersetzen, passen sich der Architektur der umliegenden Gebäude nur bedingt an. Es gibt etliche Beispiele aus den vergangenen Jahrzehnten, die für Kopfschütteln und Diskussionen gesorgt haben. Besonders in Erinnerung geblieben sind in jüngster Zeit der Nachfolgebau für das abgebrannte Domcafé am Rathausmarkt oder das mehrgeschossige rote Wohnhaus, das seit 2010 an der Fischbrückstraße steht. „Wir müssen endlich sicherstellen, dass nicht durch Wirtschaftsinteressen Einzelner in unserer historisch bedeutsamen Altstadt irgendwelche Bauten entstehen, die den gesamten Charakter nachhaltig beeinflussen“, sagt Bürgermeister Arthur Christiansen, ohne konkrete Beispiele für Bausünden nennen zu wollen. Dass diese künftig aber ausgeschlossen werden, dafür soll die neue Gestaltungssatzung sorgen, die zurzeit unter Federführung des Bauamtes von einer eigens dafür ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe erarbeitet wird.

Bereits im Sommer 2012 hatte sich die Politik dafür ausgesprochen, einen Bebauungsplan samt Gestaltungssatzung für die Altstadt erarbeiten zu lassen. Beides gibt es bislang nicht – mit der Folge, dass Hauseigentümer und Investoren bislang kaum Hindernisse bei der Realisierung von Bauprojekten überwinden mussten. Mit der Novellierung des Landesdenkmalschutzgesetzes im vergangenen Jahr wurden die Vorschriften allerdings spürbar schärfer. Nun will die Stadt nachziehen. „Diese Aufgabe gehört noch zu den Altlasten, die ich von meinem Vorgänger übernommen habe. Aber eine Gestaltungssatzung für unsere Altstadt ist zwingend notwendig. Denn wir müssen unsere Schätze schützen. Schließlich blickt Schleswig auf eine mehr als 1200 Jahre alte Geschichte zurück“, betont Christiansen.

Strikte Regeln sollen künftig für den gesamten Bereich rund um den Rathausmarkt und den Dom bis hin zum Gallberg sowie für den Holm gelten. Ein Gebiet, das rund 20 Hektar umfasst und in dem mehr als 350 Gebäude liegen. Von diesen wurde nun zunächst eine umfangreiche Bestandsaufnahme gemacht. Dafür hat die Stadt zwei Planungsbüros beauftragt. Gleichzeitig hat die Arbeitsgruppe, der neben Mitarbeitern des Bauamtes sämtliche Mitglieder des Bauausschusses sowie Vertreter der Denkmalschutzbehörden des Kreises und des Landes sowie des Archäologischen Landesamtes angehören, bereits erste Festsetzungsvorschläge für eine Satzung erarbeitet. Dabei geht es unter anderem um Vorschriften für Farbgestaltung und Materialwahl für Fassaden und Dächer. „Wir müssen dabei einen Spagat machen zwischen dem Erhalt des kulturellen Erbes und den persönlichen Interessen der Anwohner und Hausbesitzer“, sagt Bauamtsleiterin Britta Gutknecht, die gleichzeitig aber betont: „Es geht auch darum, Werte zu erhalten und sie damit auch zu steigern.“

Bis Ende Mai will die Arbeitsgruppe weitere Vorschläge erarbeiten, schon im Juni könnte dann ein erster Satzungsentwurf vorliegen. Parallel dazu soll nach den Sommerferien – ähnlich wie bei der Innenstadtsanierung – eine öffentliche Veranstaltung stattfinden, bei der Vorschläge und Kritik der Bürger gesammelt werden. Dabei geht es sowohl um die Gestaltung des B-Plans als auch um die Gestaltungssatzung, die dann gemeinsam verbindliche Regelungen für Bauvorhaben in der Altstadt garantieren sorgen sollen.

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