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Schleswig-Flensburg : Kirchenkreis-Empfang im Zeichen des Umgangs mit Flüchtlingen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Rund 350 Gäste haben den Jahresempfang des evangelischen Kirchenkreises Schleswig-Flensburg gefeiert.

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2015 | 19:00 Uhr

Mit einer festlichen Andacht, musikalisch gestaltet von der Cappella St. Nikolai und Kirchenmusikdirektor Michael Mages, und anschließendem Empfang haben knapp 350 Gäste den Jahresempfang des Ev.-Luth. Kirchenkreises in der Flensburger St. Nikolai-Kirche gefeiert. Pünktlich um 18 Uhr wurde während des Gottesdienstes die erste Adventskranzkerze beim Läuten der Glocken entzündet, bevor Michael Mages mit einer beeindruckenden Orgelimprovisation über „Macht hoch die Tür“ stimmungsvoll den Advent und damit auch das neue Kirchenjahr einleitete.

In ihrer Predigt zur Jahreslosung 2016 „Ich will euch trösten wie einen seine Mutter tröstet“ aus Jesaja 66 zeichnete Pröpstin Johanna Lenz-Aude eine Beziehungsgeschichte in drei Bildern und ging dabei auch auf den Begriff „Trost“ ein. Dieser hänge im Deutschen mit dem Begriff der Treue zusammen, so die Pröpstin: „Gott ist treu im Trost, mitleidend, menschliche Verzagtheit aushaltend, und trotzdem die andere, neue Welt nicht aufgebend.“

Visionen und Hoffnungen dürften trotz allen Leids und aller Ungerechtigkeit nicht auf der Strecke bleiben. „Mit Gott im Herzen und an der Seite leben wir diese Wirklichkeit, indem wir nicht einstimmen in Misstrauen, Fremdenhass und rassistische Parolen“, so die Pröpstin. Die Welt habe viele Dunkelheiten und es gebe viele Fragen an den Glauben, an die Güte und an die weite Liebe Gottes. „Mit dem Trost, der Treue, liebevoller Nähe, tiefem Seufzen und neuem Atem für eine Auferstehung im Leben – damit können wir leben, weitergehen und den Advent beginnen“, sagte Johanna Lenz-Aude.

Auch Pröpstin Carmen Rahlf ging auf die globalen Zusammenhänge von Krieg und Frieden, Ausbeutung und Bewahrung ein, deren Auswirkungen hier vor Ort direkt spürbar seien. Sie dankte, dass gleichzeitig aber auch das Miteinander gewachsen sei und die Bereitschaft vieler, sich einzubringen mit Zeit und Fantasie für eine vielfältige Gesellschaft und wachsende Gemeinschaft.

Im Fürbittengebet bat Propst Helgo Jacobs um Trost und bezog sich dabei ebenfalls auf die Flüchtlingssituation. Er sagte: „Komm mit Deinem Trost in unsere Welt, die anders geworden ist für Einreisende und Einheimische. Hilf uns, Dich zu erkennen überall, wo Menschen geholfen wird. An Bahnhöfen, Schulen und Kitas wirst du willkommen geheißen mit guten Worten, Wasser und Kleidung. Wo Angst überwunden wird, neue Perspektiven entstehen für uns alle, da betreten wir mit Staunen und Zagen ein anderes Land.“

Bevor der frisch gewählte Synodenvorsitzende Henning Lüthke den Empfang eröffnete, richtete er den Blick auf das letzte und auf das nächste Jahr des kirchlichen Lebens. Auch er dankte für das vielfältige Engagement bei der Begleitung von Flüchtlingen, das auch im nächsten Jahr weitergeführt werden müsse. Er sagte: „Eine der Herausforderungen wird sein, deutlich zu machen, dass unser Umgang mit Migranten und Flüchtlingen nicht bestimmt wird durch aktuelle politische Diskussionen, sondern durch das von unserem Glauben geprägte Menschenbild.“

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